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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 17:37 Uhr

Mehrheit für den Kiesabbau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Gemeindevertretung hat einer Änderung des Flächennutzungsplan zugestimmt. Gegner halten die Entscheidung für verfrüht

Die Gemeindevertretung hat mit ihrer Zustimmung zur 11. Änderung des Flächennutzungsplans (F-Plan) ihr Einverständnis für eine neue, rund elf Hektar große Kiesabbaufläche westlich des Holmer Wegs gegeben. Die Entscheidung war, wie erwartet, umstritten. 16 Gemeindevertreter stimmten dafür, zwölf dagegen. Kurz vor der Sitzung hatte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein eine Befreiung von den Beschränkungen durch das Landschaftsschutzgebiet in Aussicht gestellt.

Mehrmals brachten die Gegner einer Ausweitung des Kiesabbaus nun vor, diese sei derzeit nicht notwendig. „Herr Wandhof hat eine Genehmigung bis 2024. Eine Eile ist nicht nötig“, erklärte beispielsweise FWM-Fraktionschef Holger Bröhl und in ähnlichen Worten Dagmar Nöh-Schüren, Fraktionssprecherin der Bürger-Innen für Malente, David Kardell (Grüne) und Günther Kruse vom Hebeukenberghof in Oberkleveez, Mitglied beim „Verein gegen den Naturabbau“, der sich in Kreuzfeld als Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau gegründet hat.

Nöh-Schüren warf den Befürwortern des Kiesabbaus vor, nicht auf die Bedenken der Betroffenen eingegangen zu sein. „Die politisch Verantwortlichen haben versäumt, mit den Bürgern und allen Beteiligten in Dialog zu treten“, kritisierte sie. Auch Kruse forderte einen „Runden Tisch“, um zu sehen, ob nicht ein Kompromiss möglich sei. Das provozierte allerdings den Widerspruch von Hans-Werner Salomon (CDU). „Dialog wäre hochinteressant, wenn wir diesen nicht schon vor zweieinhalb Jahren beschlossen hätten.“ Dabei sei es aber geblieben, da sich „der ein oder andere verweigert hat“, erklärte Salomon.

Nöh-Schüren verwies auf ein Konzept, das der ehemalige Grünen-Fraktionschef Michael Winkel entwickelt habe. David Kardell (Grüne) skizzierte es kurz: Demnach hätten Flächen am Osterberg-Institut ausgeklammert werden sollen, um dieses vor den Folgen des Kiesabbaus zu schützen. Darauf sei leider nicht eingegangen worden, bedauerte Kardell.

Als einziger Befürworter der neuen Abbauflächen begründete SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning seine Entscheidung. Er erinnerte an die Diskussion um den Kiesabbau in der gesamten Gemeinde Malente in den 1970er Jahren. Bisher seien Begehrlichkeiten für neue Standorte nur verhindert worden, weil Kiesabbauflächen in Kreuzfeld und Sieversdorf geschaffen worden seien. „Ich stimme jetzt zu, weil ich verhindern will, dass neue Kiesgruben geschaffen werden“, argumentierte Redepenning. Ihm sei bewusst, dass das für die Betroffenen unbefriedigend sei.

Mit dem Beschluss der F-Plan-Änderung ist der Weg für den Kiesabbau auf den neuen Flächen aber noch nicht frei. Nun ist erst einmal das Land am Zug. Innerhalb einer Frist von drei Monaten muss der Innenminister über eine Genehmigung des F-Plans entscheiden. Außerdem muss die in der Staatskanzlei angesiedelte Landesplanung einer Entlassung der Abbaufläche aus dem Landschaftsschutzgebiet zustimmen. Sollten diese Hürden genommen sein, könnte das von Volker Wandhoff und seinem Vater Johann-Peter betriebene Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld eine Abbaugenehmigung beim Kreis Ostholstein beantragen.

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erstellt am 23.Dez.2016 | 19:45 Uhr

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