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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 21:57 Uhr

Mehr Wertschätzung für die Grundschule

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neue Rektorin in Schönwalde spricht vom „Grundstein für lebenslanges Lernen“

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 00:31 Uhr

Ein einheitliches Bildungssystem in Deutschland – das wünscht sich Doris Jürs. Es könne nicht nur am Geld liegen, wenn der Bildungsstand in einigen Bundesländern höher sei als in anderen, begründet die neue Rektorin an der Friedrich-Hiller-Schule in Schönwalde ihre Meinung.

Die Kinder seien in Bayern nämlich nicht automatisch schlauer als in der übrigen Republik. Sie würden nur von Anfang an gut aufs Lernen vorbereitet – in einer Grundschule, die eine ihr zustehende Wertschätzung erfahre. Manchmal komme es ihr vor, als sei die Bildungspolitik weit weg von den Grundschulen, dabei „legt Grundschule den Grundstein für lebenslanges Lernen“, sagt Jürs.

Altersgemischtes Lernen ist für die Pädagogin nur ein Schlüssel zum Erfolg. Jürs spricht aus Erfahrung. Nachdem ihre Schule in Lübeck vor zehn Jahren als eine der ersten die Sprint-Sprachförderung eingeführt hatte, leitete sie auch das Team, das den gemeinsamen Unterricht für die erste und zweite Klassenstufe umsetzte.

So wurde man in Travemünde auf sie aufmerksam und warb sie ab. Im Ostseebad traf sie auf ein motiviertes Kollegium. Ohne ein Team, das gemeinsam Impulse gebe und Veränderungen positiv begleite, sei ohnehin nicht viel zu bewegen, meint Jürs. In Travemünde sei das Schulprogramm erheblich erweitert worden, um ein Musikprojekt, Streitschlichterausbildung und Pausenspiele.

Die gesellschaftliche Vernetzung der Grundschule ist der 50-Jährigen ein weiteres Bedürfnis. Ganz oben auf der Liste steht der Kindergarten, der aktiv in den Schulalltag eingebunden sein sollte. Aber auch mit Vereinen und Institutionen wie Kirche oder Feuerwehr möchte sie am Bungsberg in Kontakt kommen.

Zudem misst die neue Rektorin der Inklusion, dem gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Handicap im Klassenverband, eine hohe Bedeutung zu. Ihre Erfahrung zeige aber auch hier: „Es kommt aufs Team und die Bedingungen an, Inklusion erfolgreich umzusetzen.“

Zudem sei es ein langfristiges Unterfangen, das erst in die Köpfe der Menschen gelangen müsse. In Schönwalde sei mit den Klassen des Kastanienhofes aus Oldenburg bereits eine gute Basis geschaffen.

Mehr könne und wolle sie aber noch nicht zur möglichen Entwicklung der Schönwalder Grundschule sagen. Ihr sei zwar die Situation grundsätzlich bekannt, aber zunächst gelte es, selbst mit den Beteiligten zu sprechen und Eindrücke zu sammeln. Wenn das Kollegium und alle anderen Beteiligten es wollten, dann werde sie sich gerne zum nachhaltigen Erhalt des Schulstandortes Schönwalde einbringen. Ihr erster Eindruck und Kontakt seien positiv und stimmten sie zuversichtlich.


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