Eutin : Mehr Platz für die Grundschule

Vier Ecken, vier Haken: Bevor der Kran die Module an ihren Stellplatz hievt, werden die Sicherungsleinen befestigt.
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Vier Ecken, vier Haken: Bevor der Kran die Module an ihren Stellplatz hievt, werden die Sicherungsleinen befestigt.

Moderner als Altbau: Zwei mobile Klassenzimmer aus Niedersachsen sind montiert, der Unterricht darin beginnt nach den Herbstferien.

shz.de von
09. Oktober 2018, 11:31 Uhr

„Einfach irre“, sagt Barbara Kleinmann als sie sieht, wie die gut fünf Tonnen schweren Module mittels Kran vom Schwerlasttransport auf den Schulhof „schweben“. Die Außenstellenleiterin der Gustav-Peters-Grundschule am Kleinen See war gestern Morgen trotz Herbstferien gekommen, um selbst zu sehen, das etwas passiert. „Es ist toll, dass wir endlich ein bisschen mehr Platz haben“, freut sich Kleinmann.

Platz für Schüler und modernen Unterricht sei dringend notwendig an der Schule am Kleinen See. „Wir haben bislang 26 DaZ-Kinder in einem Raum unterrichtet und eine vierte Klasse musste auf den Raum der Schulsozialarbeit der Wisser-Schule ausweichen“, erklärt Kleinmann. Das gehe auf Dauer beides nicht. „Für pädagogisch wertvollen Unterricht braucht man die Möglichkeit, Kleingruppen zu bilden, Stuhlreihen zu verändern und eigentlich auch den Anschluss ans digitale Netz. Es wäre so schön, wenn es bald losginge mit einem Neubau für die Grundschule“, macht Kleinmann deutlich.

Das Leistungsniveau der Schüler mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) reiche bei den Jüngsten „von noch nie einen Stift gehalten“ bis zu „ersten Englischkenntnissen“. Um die Schüler da abzuholen, wo sie stünden, brauche es Kleingruppen und Rückzugsmöglichkeiten.

Doch nicht nur für DaZ-Schüler, sondern alle, sind sogenannte Differenzierungsräume wichtig für den Unterricht. „Auch die ganz Kleinen, denen der Klassenverband anfangs zu groß ist, brauchen einen Rückzugsort, um in Kleingruppen zu lernen“, sagt Kleinmann. Platz für einen PC-Raum gebe es schon eine Weile nicht mehr, der musste auch zum regulären Klassenraum umfunktioniert werden, weil sonst die Räume nicht gereicht hätten. „Aber Recherche im Internet ist heutzutage wichtig, spätestens in der vierten Klasse müssen die Kinder eigentlich auch mit digitalen Medien lernen können und das bestenfalls in der Schule. Zuhause haben nicht alle Kinder die Möglichkeit dazu“, weiß Kleinmann.

Inzwischen ist das zweite Modul an vier Ketten gesichert und schwebt auf die vorbereiteten Platten, die das absinkende Bodenniveau des Schulhofes ausgleichen. „Das ist Millimeterarbeit“, sagt der Kranfahrer. „Die letzten Zentimeter stemmen die Männer mit reiner Muskelkraft“, weiß er. Hartmut Fuhrmann ist einer im Team der Firma Amtra, die in Norddeutschland unterwegs ist, um Container als Zwischenlösung aufzubauen. Die beiden Klassenzimmer dienten vorher in Niedersachsen einer Kinderkrippe als Übergangslösung, sagt Fuhrmann. Kleinmann ist zufrieden: „Das sieht moderner aus, als unsere bisherigen Räume und wenn erstmal Stühle und Tische drin stehen, sieht es aus wie ein Klassenraum.“

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