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Mehr Fahrgäste als erhofft: Malenter Bürgerbus voll in der Spur

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Malenter Bürgerbus hat nach seinem Start Anfang des Jahres schnell in die Spur gefunden. „Wir hätten noch weitere Kapazitäten, aber wir sind mit der Entwicklung wirklich sehr zufrieden“, erklärte Michael Winkel, Vorsitzender des Malenter Bürgerbusvereins. Gerechnet hatte er vor der ersten Fahrt am 9. Januar mit täglich etwa neun Fahrgästen. Diese Zielmarke sei schon im ersten Quartal erreicht worden, sagte Winkel.

„Im zweiten Quartal wurden durchschnittlich sogar 15 Personen am Tag befördert.“ Das sei eine Steigerung von über 60 Prozent. Vor allem ältere Menschen mit Gehbehinderung und Kinder zwischen 8 und 14 Jahren machten von dem Angebot Gebrauch.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager zog angesichts der Nachfrage eine positive Bilanz: „Die ersten sechs Monate zeigen, dass das gemeinsam entwickelte Betriebskonzept tragfähig ist“, sagte er. Der Bürgerbus könne daher als Vorbild für weitere Bürgerbus-Initiativen gelten. Malentes Bürgermeisterin Tanja Rönck erinnerte an die finanzielle Unterstützung des Projekts durch die Aktiv-Region, die Gemeinde und den Kreis. „Aber am Leben gehalten wird das Projekt durch den Einsatz der 22 ehrenamtlichen Fahrer“, betonte sie. Diese sorgten für einen pünktlichen und reibungslosen Einsatz.

Der Bürgerbus hat auch auf Landesebene für Aufsehen gesorgt. Günter Möller, Regionalmanager der Aktiv-Region Schwentine Holsteinische Schweiz, präsentierte das Projekt bei einer Projektbörse der Aktiv-Regionen in Rendsburg als Beispiel für innovative Daseinsvorsorge. „Das erfüllt uns natürlich mit großem Stolz, wenn eines unserer Projekt beispielhaft für gute Arbeit in solch einem Rahmen präsentiert wird“, sagte Möller.

Ziel des Projektes sei es, die Dorfschaften rund um Malente besser mit dem Ortskern zu vernetzen und den Anschluss per Bahn in Richtung Eutin, Lübeck und Kiel sicherzustellen, erklärte Joachim Schmidt, Vorsitzender der Aktiv-Region. „Der Bürgerbus ist ein wichtiger Baustein, um den ländlichen Raum lebendig zu erhalten und damit aktive Daseinsvorsorge zu betreiben.“ Mobilität sei für die ländliche Bevölkerung enorm wichtig und bedeute ein Stück Lebensqualität. Das gelte es zu gewährleisten.

Für die Fahrten kaufte die Gemeinde einen Bus mit acht Fahrgastplätzen und einer Rampe für Rollstuhlfahrer. Die Aktiv-Region unterstützte das 70  000 Euro teure Projekt mit rund 41  000 Euro. Der Kreis Ostholstein und die Gemeinde Malente teilten sich die verbliebene Summe.

Das Beste für die Fahrgäste: Sie zahlen für die Mitfahrt keinen Cent. Lediglich eine Spende ist gern gesehen und wird offenbar auch gern gegeben. Durchschnittlich habe jeder Fahrgast im letzten Quartal 96 Cent gespendet, hat Winkel ausgerechnet.

> Der Bürgerbus-Verein hat zwei Quartalsberichte über die Nutzung des Bürgerbusses herausgegeben. Sie können unter der E-Mail-Adresse vonhollen@aktivregion-shs.de angefordert werden.

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erstellt am 11.Jul.2017 | 10:55 Uhr

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