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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 02:03 Uhr

Eutin : Meeresblicke mit dem Finger festgehalten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine neue Ausstellung im Ostholstein-Museum zeigt Ölmalereien des Künstlers Christopher Lehmpfuhl, der für seine Arbeit auch vor Wind und Wetter nicht zurückschreckt.

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 13:52 Uhr

Wenn Museumsleiterin Dr. Julia Hümme über den Künstler Christopher Lehmpfuhl spricht, gerät sie ins Schwärmen. „Seine Ölbilder entstehen direkt vor Ort. Er schleppt die Leinwände und die Farbeimer mit der Sackkarre die Berge hoch, und malt dann bei Regen und Wind die Landschaftsbilder. Sie wollte ich schon immer gerne ausstellen“, sagt Hümme. Diesen Wunsch konnte sich die Leiterin des Ostholstein-Museums jetzt verwirklichen.

Unter dem Thema „Meer & Berge“ werden ab Sonntag, 31. August, insgesamt 40 Gemälde des Berliner Künstlers in Eutin ausgestellt. „Es sind Bilder, die zum Großteil noch nie gezeigt wurden“, erklärt Hümme.

Zwar seien Meer und Berge eigentlich zwei Landstriche, „die nicht unbedingt zueinander passen“, jedoch würden die Ausstellungsbesucher jede Menge bekannte Orte aus der Region auf den Bildern wiedererkennen. Das Besondere an Lehmpfuhls Werken: Er malt sie mit den Fingern. Da er die Farbe nicht sparsam aufträgt, fällt es dem Betrachter auf den ersten Blick schwer, das Motiv des Bildes zu erkennen. „Die Bilder sind sehr imposant. Einige haben ein Format von 180 mal 240 Zentimetern. Durch die viele Farbe sind sie wahnsinnig schwer. Wir brauchten teilweise vier Mitarbeiter, um sie aufzuhängen“, sagt Hümme. Auch der Transport der Werke gestaltete sich etwas umständlicher als sonst. Da die Oberfläche der Bilder alles andere als eben, sondern vielmehr wellig und rau ist, sind diese anfällig für Beschädigungen. Eine gute Sicherung der Exponate wurde dadurch unumgänglich.

Der Künstler unterhält ein Atelier in Berlin. Er gehört zur Gruppe der norddeutschen Realisten, deren Bilder sich besonders in Schleswig-Holstein großer Beliebtheit erfreuen. Die Ausstellung wird ergänzt durch Fotografien von Florian Selig, der Lehmpfuhl bei der Arbeit im Bild festhielt. Sie zeigen die teilweise extremen Witterungsbedingungen, unter denen der Ölmaler in freier Natur arbeitet.

Zur Eröffnung am Sonntag um 11.30 Uhr wird Lehmpfuhl nach Eutin kommen. Die Ausstellung kann danach bis zum 16. November im Erdgeschoss des Ostholstein-Museums besucht werden. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt zwei.

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