zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 06:39 Uhr

Malente : MC lässt jetzt den Lärm messen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der 200 Mitglieder starke Motor-Club Malente feierte am Wochenende sein 33-jähriges Bestehen. Es gab ein Training mit 100 Enduros.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2017 | 13:48 Uhr

33 Jahre Motor-Club (MC) Malente: Das Gründungsdatum 8. April war am vergangenen Sonnabend für die 200 Mitglieder des Vereins und ihre Gäste ein Grund zum Feiern mit zweistündigem Enduro-Training, Hüpfburg sowie Kaffee und Kuchen. „Zum 30-Jährigen hatte es nicht geklappt, da waren wir noch im Clinch mit allen“, blickte Vorsitzender Horst von Hörsten zurück und zugleich optimistisch nach vorn.

Vor fünf Jahren übernahm der 55-jährige Neustädter die Leitung des Vereins, der seit 1987 eine Trainingsgestattung auf dem Gelände des Kies- und Schotterwerks Kreuzfeld von Johann-Peter und Volker Wandhoff östlich des Holmer Wegs besitzt. Die Motocrosser sind, wie mehrfach berichtet, Anwohnern aus Malente und Bösdorf ebenso ein Dorn im Auge, wie Pläne der Wandhoffs, auch westlich des Holmer Wegs Kies abzubauen. Es formierte sich Widerstand gegen eine dafür nötige F-Plan-Änderung durch die Gemeinde Malente.

Die Gegner gründeten eine Bürgerinitiative (BI) gegen Naturabbau und 2016 den Verein „Pro Mensch, Natur, Tierwelt“ und lassen sich anwaltlich vertreten. Man habe immer wieder versucht, mit der BI Kontakt aufzunehmen, auch Bürgermeisterin Tanja Rönck und eine Mediatorin hätten vermitteln wollen, doch der Termin sei verschoben worden. „Es ist total enttäuschend, es gibt keine Kommunikation mit der BI“, bedauert von Hörsten. Ende Mai soll nun eine Terminabsprache erfolgen.

Um die Gestattung nach seinen Worten „wasserdicht“ zu machen, hat er in Absprache mit dem zuständigen Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume (LLUR) für Donnerstag, 20. April, eine Lärmimmissionsmessung beauftragt. Die koste den Verein über 3000 Euro. „Das LLUR sagt, die Gestattung ist in Ordnung, wir müssen uns nur an die Lärmimmissionswerte halten.“

„Die Mitglieder, davon 70 bis 80 Jugendliche, wollen einfach in Ruhe ihrem Sport nachgehen können, ohne dass jemand meckert“, wünscht sich der Vorsitzende. „Wir halten die Mittagspausen und Feiertage ein und fahren montags bis sonnabends von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, haben sogar angeboten, im Sommer, wenn es heiß ist, nicht zu fahren.“ Die Enduro-Fans kämen aus Ostholstein, Plön, Kiel, Lübeck, im Umkreis gebe es außer der Kreuzfelder nur die MC-Strecken Langenhagen und Tensfeld. „Weil wir auch weibliche Mitglieder haben, hätten wir gern wieder ein WC statt der Dixi-Klos“, sagt von Hörsten. Die werden bei Bedarf aufgestellt, seit der Verein Ende 2015 die nur geduldeten Container nach Maßgabe des Kreises Ostholstein entfernen musste.

Am 15. Dezember 1986 sei die Gestattung vom ersten Vorsitzenden Manfred Rau beim Malenter Ordnungsamt beantragt worden. „Verwaltungstechnisch wurde alles korrekt abgewickelt. Wir wollen und müssen auf diesem Gelände bleiben, egal, an welcher Ecke Wandhoff mit dem Kiesabbau beginnt, wir fahren weiter, denn die Gestattung gilt nur, wenn wir das Gelände zu Trainingszwecken nutzen“, erklärte von Hörsten. Er geht davon aus, dass alles weitergeht wie bisher, wenn das Lärmgutachten vorliegt: „Es hat Bestand, weil wir machen, was wir immer gemacht haben: trainieren.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen