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Eutin : „Matsch macht Spaß, das sieht man“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit Mai ist der erste Eutiner Bauernhofkindergarten in Betrieb. Kinder erleben hier den Umgang mit mehr als zehn Tierarten.

Die Hühner gackern, die Kühe kauen gemütlich Gras in ihrem Stall und eine Gans badet genüsslich in der Pfütze direkt vorm Eingang. Ein typischer Weg in den Kindergarten sieht anders aus – aber der Bauernhofkindergarten Regenbogen auf dem Frohberghof (Dosenredder 145a) ist etwas Besonderes.

Sabine Nippa ist die Kita-Leiterin und berichtet mit strahlenden Augen vom langen Weg, den sie und Familie Frohberg gehen mussten, bis der Traum realisiert und finanziert werden konnte. Nippa: „Es begann vor etwa fünf Jahren. Nicole Frohberg war damals Mutter in unserer Einrichtung in der Weidestraße und lud uns regelmäßig zu sich auf den Hof ein.“ Die Kinder kamen wenn die Küken schlüpften oder das Kälbchen geboren wurde. Aus Hoftagen wurden Hofwochen. „Wir fanden es danach immer ganz schrecklich, wieder hier weg zu müssen“, erzählt Nippa. Die Frohbergs verwirklichen sich am Rande Eutins seit zehn Jahren ihren Traum eines eigenen Bauernhofs – die Kita-Idee passte da gut – und die Hartnäckigkeit ihres Mannes.

Denn, wie Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz bei einer kleinen Feierstunde gestern Nachmittag verriet, plante die Stadt einst ein Baugebiet und wollte mit den Frohbergs um Flächen verhandeln. „Hätten Sie damals ja gesagt, würde es den Kindergarten heute nicht geben und das wäre schade“, resümiert Schulz. Er lobte den Mut der Familie, mehr als zwei Drittel der rund 369 000 Euro selbst zu finanzieren. Mit knapp 70 000 Euro wurden sie dabei mit EU-Mitteln über das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume unterstützt – „ohne die das nicht machbar gewesen wäre“, wie Nicole Frohberg betont.

Für die 20 Kindergartenkinder sei es ein Geschenk, die Natur und das eigenverantwortliche Zusammenleben mit den Tieren so nah mitzubekommen, sagt Nippa. „Erst die Tiere, dann der Mensch“ heißt es jeden Morgen nach der Begrüßung, wenn es in Gummistiefeln und mit Leckereien bepackt zur Fütterrunde geht – ohne Murren. Auch beim Misten, Einstreuen oder Eiersammeln helfen die Kinder. „Matsch macht Spaß, das sieht man eben auch. Und davon haben wir hier reichlich“, sagt Sabine Nippa.


Mehr Infos unter www.regenbogen-eutin.de

 

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erstellt am 14.Nov.2014 | 16:26 Uhr

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