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Martin Link sieht Grundrechte für Flüchtlinge gefährdet

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 16:26 Uhr

In der Kreisbibliothek ist die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ zu sehen. Sie informiert über Flucht und Asyl.

Die Initiatorin Sophia Schutte, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Eutin, hatte Martin Link (Kiel) als Referenten gewonnen. Der Geschäftsführer des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein berichtete nach einem Blick auf die Situation von Flüchtlingen weltweit und in Europa von der eigenen Arbeit.

„Wir haben zunehmend Menschen in der Beratung, die nach Rakka oder Mossul zurückkehren möchten.“ Sie wollten lieber mit ihren Familien sterben, als in Deutschland vom Tod ihrer Angehörigen zu erfahren.

Den europäischen Ländern hielt er vor, eine Politik der Abschottung zu fahren. Das sei zynisch und unverständlich: „Die deutsche Politik bringt die beiden Bedarfe Humanitärer Schutz und Volkswirtschaftliches Interesse nicht zueinander.“ Das sei mit dem Blick auf die demografische Entwicklung absurd. „2020 werden 125  000 Arbeitskräfte in Schleswig-Holstein fehlen“, gab Link Expertenberechnungen wieder. Afghanistan ist nach Links Ansicht ein hochgradig gewalttätiges Land. Würden solche Länder als sichere Herkunftsstaaten ausgewiesen, „dann sind wir am Ende aller Grundrechte für Flüchtlinge.“

Während der gestrigen Eröffnung musizierten die Syrer Farhad Allo und Bahaa Almohammad. Allo spielte auf dem Saiteninstrument „Sass“ (orientalisch gestimmt) und sang dazu. Almohammad begleitete ihn auf der Trommel. Pianist Albrecht Gieseler hatte mit „Der Laden“ von Gerhard Schöne begonnen.

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