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Es ging um einen Euro : Mann droht mit Baseballschläger

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Weil ihm ein Bekannter die läppische Summe von einem Euro schuldete, brannten bei einem 22-jähriger Eutiner die Sicherungen durch. Er wurde wegen Nötigung und Körperverletzung verurteilt.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 04:15 Uhr

Um seine Schulden bei einem Bekannten einzutreiben, griff ein 22-jähriger Eutiner im Oktober 2013 zu drastischen Mitteln. Mit einem Baseballschläger suchte er seinen Schuldner auf, drückte ihn gegen eine Wand und forderte ihn zur Herausgabe des Geldes auf. Hierfür musste sich der Arbeiter gestern vor dem Eutiner Amtsgericht verantworten, das ihn schließlich wegen versuchter Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Euro verurteilte.

Der Angeklagte zeigte sich gleich zu Beginn der Verhandlung reumütig und geständig. Er erklärte, seinem Bekannten einige Wochen vor der Tat 2,20 Euro für den Kauf eines Burgers geliehen zu haben. Statt den Betrag zügig zurückzuzahlen, sei das spätere Opfer seinen Verpflichtungen jedoch nur teilweise nachgekommen. 1,20 Euro zahlte es seinem Gläubiger zurück, den fehlenden Euro blieb er ihm schuldig. Zur Eskalation kam es schließlich, als der Angeklagte ihn am 30. Oktober beim Spazierengehen auf dem Balkon eines Wohnhauses erblickte. Er forderte den fehlenden Euro nun sofort zurück.

Sein säumiger Geschäftspartner kam der Bitte umgehend nach, jedoch auf sehr ungeschickte Art und Weise. Er vermied die direkte Konfrontation und warf dem Angeklagten die Münze vom Balkon aus entgegen. Hierbei ließ er die nötige Zielgenauigkeit vermissen. Der Euro landete in einem Gebüsch – unauffindbar für seinen Adressaten. Dieser reagierte nun ungehalten, holte einen Baseballschläger und kehrte zur Wohnung des Bekannten zurück. „Ich wollte ihm damit nur Angst einjagen und den Baseballschläger nicht benutzt“, versicherte er vor Gericht glaubwürdig. Eine Aussage, die später auch das Opfer in seiner Aussage bestätigte.

Zu einer körperlichen Auseinandersetzung kam es dennoch. Nachdem der Angeklagte das Treppenhaus betreten und seinen Bekannten erblickt hatte, packte er ihn am Kragen und schleuderte ihn gegen eine Wand. Hierbei wurde der Pullover des Mannes beschädigt. Er erlitt außerdem einen Kratzer am Hals, der jedoch nicht ärztlich versorgt werden musste. In seiner Aussage spielte der Angeklagte die Tat herunter: „Wir haben uns zwei Tage später wieder vertragen.“

Richter Otto Witt hatte für den Vorfall kein Verständnis. „Eine Forderung darf man auf keinen Fall auf diesem Wege durchdrücken“, mahnte er. Schon einmal hatte der 22-Jährige bei ihm auf der Anklagebank gesessen. Damals wurde er nach Jugendstrafrecht wegen Sachbeschädigung zu einer Arbeitsauflage verurteilt. „Sie sind jetzt aber erwachsen und möchten auch so behandelt werden. Daher müssen Sie aufpassen, was Sie tun“, sagte Witt. Eine mögliche Einstellung des Verfahrens kam für ihn daher nicht in Frage. Dennoch blieb Witt mit seinem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese hatte eine Geldstrafe in Höhe von 45 Tagessätzen zu je acht Euro, also insgesamt 360 Euro, gefordert. Der Angeklagte ist durch die Verurteilung nicht vorbestraft. Sie wird nicht ins polizeiliche Führungszeugnis eingetragen. Er verzichtete deshalb auf Rechtsmittel gegen das Urteil, ebenso wie die Staatsanwaltschaft.

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