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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 01:19 Uhr

Malkwitz-Söhren hofft auf den Neustart

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeindewehrführer übernimmt Leitung / Zur Jahresversammlung der personell geschwächten Ortswehr kamen immerhin schon fünf Beitrittswillige

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 13:14 Uhr

Bernd Penter redete Klartext: „Es ist unheimlich schwer, eine Wehr aufzubauen, wenn es von hintenrum Stänkereien gibt“, warnte der Gemeindewehrführer am Freitagabend bei der Jahresversammlung der Ortswehr Malkwitz-Söhren im Dörpskrog Malkwitz. Denn das sei der Grund für den aktuellen Zustand der Ortswehr. „Reibereien haben leider dazu geführt, dass es Kameraden gibt, die die Wehr verlassen haben.“ Da auch der Wehrführer selbst darunter war, übernahm Penter mit dem Datum der Versammlung kommissarisch die Führung der Wehr.

Vier Wehrführer hatten sich in der nunmehr bald sechsjährigen Amtszeit Penters an der Spitze der Ortswehr versucht – keiner konnte sich lange halten. Zuletzt schmiss Kay Müller die Brocken hin und trat aus der Wehr aus. Ein Gruppenführer und zwei weitere Aktive taten es ihm nach (wir berichteten). Damit sank die Zahl der Aktiven auf 13, womit die Wehr deutlich unter die noch akzeptierte Mindeststärke von 18 Feuerwehrleuten gesunken ist, die zu Beginn 2016 exakt erreicht wurde. Vielleicht liegt die Misere ja auch an fehlenden Frauen: Zwei weibliche Mitglieder habe es schon einmal gegeben, hieß es. Doch die sind nicht mehr dabei. Damit ist Malkwitz-Söhren die einzige Malenter Ortswehr, der ausschließlich Männer angehören.

Immerhin: Es gibt einen Hoffnungsschimmer. Nachdem sie sich über die Personalstärke der Wehr besorgt gezeigt hatte, wies Bürgermeisterin Tanja Rönck auf mögliche Verstärkung hin. Am Tisch der zehn Aktiven, die zur Versammlung erschienen waren, saßen fünf junge Männer, die sich für einen Eintritt in die Ortswehr interessieren. Sie werde tun, was sie tun könne, damit die Feuerwehr unterstützt werde, versprach die Verwaltungschefin. „Ich bin zu jeder Schandtat bereit, damit ich im nächsten Jahr bei der 112. Jahresversammlung dabei bin.“

Söhrens Dorfvorsteher Rüdiger Schwien appellierte an den Gemeinsinn: „Wir müssen zusammen überlegen, wie wir die Kuh vom Eis kriegen.“ Ein Gerangel um Posten schade dabei, erklärte Schwien und bot seine Hilfe bei der Nachwuchssuche an. Aus Söhren sei nur noch ein Mitglied in der Ortswehr. Auch sein Malkwitzer Amtskollege Norbert Neu bot seine Hilfe an, wenn es darum gehe, an Türen zu klopfen.

Der Kreis Ostholstein hat Penter nun als beauftragten Wehrführer eingesetzt. Damit will Penter auch das Signal für einen Neustart setzen. Alle, die in der Schusslinie seien, sollten damit erst einmal rausgenommen werden, erklärte er. Im Oktober soll dann die Stunde der Wahrheit kommen: Entweder es gibt wieder genügend Aktive, so dass ein neuer Wehrführer gewählt werden kann, oder die Wehr löst sich auf. Letzteres sei nicht sein Ziel, betonte Penter.

Ihm sei es erst einmal wichtig, Sicherheit zu schaffen. Im Ernstfall komme zwar auch die Malenter Ortswehr, aber die brauche durch die Anfahrt eben fünf Minuten länger, bis sie am Einsatzort sei, etwa, um Menschen aus einem brennenden Haus zu holen oder jemanden in die stabile Seitenlage zu bringen.

Ankommen wird es nun auf mögliche neue Mitglieder. Auf sie wartet die Truppmannausbildung, deren erster Teil mit einem Umfang von 70 Stunden im September abgeschlossen sein wird. Für Oktober visiert Penter dann eine mögliche Ortswehrführerwahl an.

Von drei Brandeinsätzen, davon zwei in Benz und einer in Malkwitz, einer Personensuche und einem Unwettereinsatz im vergangenen Jahr berichtete der stellvertretende Ortswehrführer Gerhard Fürst. Zum Feuerwehrmann beförderte Bernd Penter Hauke Heitmann. Kassenwart Sven Priebe und der stellvertretende Gruppenführer René Pierre Ellenberger wurden jeweils zum Hauptfeuerwehrmann drei Sterne befördert. Aus gesundheitlichen Gründen nicht erschienen war Gustav Schwien. Der 84-jährige Söhrener sollte eigentlich für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Wehr ausgezeichnet werden.

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