Malenter SPD erneuert ihren Vorstand

Der neue Vorstand: (von links) Karl-Heinz Weber, Carmen Weber, Bernhard Kardell, Andreas Hillesheim, Anja Rogge und Martina Kardell.
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Der neue Vorstand: (von links) Karl-Heinz Weber, Carmen Weber, Bernhard Kardell, Andreas Hillesheim, Anja Rogge und Martina Kardell.

Andreas Hillesheim gibt den Vorsitz nach zwölf Jahren an Bernhard Kardell ab / Der Ortsverein soll wieder stärker zum Forum der politischen Diskussion werden

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04. März 2017, 14:29 Uhr

Der frische Wind, der mit dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz durch die SPD weht, reicht offensichtlich bis in die Parteigliederungen an der Basis: Der knapp 50 Köpfe zählende SPD-Ortsverein Malente erlebte Sonnabend im Awo-Haus eine Mitgliederversammlung, die mit 19 Stimmberechtigten so gut besucht war wie seit vielen Jahren nicht mehr. Zweites Zeichen: vier neue Mitglieder waren dabei. Und es wurde ein fast komplett neuer Vorstand gewählt.

Andreas Hillesheim gab nach zwölf Jahren den Vorsitz ab, es sei Zeit, dem Ortsverein auch mit einer neuen Spitze neue Ideen zu bescheren. Mit 18 Ja-Stimmen wurde sein Stellvertreter Bernhard Kardell (56) zum Vorsitzenden gewählt, neue Stellvertreterin wurde die Kreistagsabgeordnete Anja Rogge (47) mit 13 Ja- und vier Nein-Stimmen. Die Kassengeschäfte übernahm die Frau des Vorsitzenden, Martina Kardell, von Frank Schwietzer, neue Schriftführerin wurde Carmen Weber für Renate Koht, und als Beisitzer wurden Andreas Hillesheim, Hans-Jürgen Weber und Heino Küster gewählt.

Kardell stammt aus Malente, war Jahrzehnte an verschiedenen Orten unter anderem Bankenwesen beschäftigt und hat sich als Personalberater und Heilpraktiker in Malente niedergelassen. Er ist seit langem in der Arbeiterwohlfahrt aktiv und war erst vor einem Jahr in die SPD eingetreten, sehr schnell übernahm er den freigewordenen Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Kardell will, wie er ankündigte, den Ortsverein wieder stärker zum Forum der politischen Diskussion machen und auch kommunalpolitische Themen im Dialog mit der Fraktion erörtern.

Die Fraktion hat, wie ihr Vorsitzender Jürgen Redepenning feststellte, in den vergangenen Jahren kaum Resonanz aus dem Ortsverein erfahren; „Wir haben hier bei Versammlungen oft genug mit sechs oder sieben Personen gesessen.“ Redepenning reagierte damit auch auf die Kritik des SPD-Veteranen Burkhard Thiel an der Aufnahme der drei Grünen in die SPD-Fraktion ohne Rücksprache mit dem Ortsverein.

Redepenning verteidigte die Aufnahme der drei Gemeindevertreter, die sich angesichts ihrer beruflichen und privaten Situation nicht in der Lage gesehen hätten, die Arbeit einer Fraktion zu leisten. Die Zusammenarbeit mit ihnen werde funktionieren, bekräftigte Redepenning, und es sei gut, dass sie weiter in der Kommunalpolitik aktiv blieben. Unterschiedliche Meinungen seien natürlich nicht ausgeschlossen, aber die gebe es auch mit SPD-Mitgliedern der Fraktion.

Redepenning erwähnte die Liste von aktuellen Themen der Gemeinde, von der Organisation des Tourismusgeschäftes über die zwei Brückenneubauten bis zum Holzbergturm. In Hinsicht auf die Schulen müsse die Frage beantwortet werden, ob ein Neubau sinnvoll wäre, in den alle drei Schulen - die Gemeinschaftsschule und beide Grundschulen – einziehen sollten. An die Kosten eines Schulneubaues wolle er allerdings nicht denken.

Zwei Männer wurden für langjährige Mitgliedschaft geehrt: Der Ehrenvorsitzende Burkhard Thiel für 50 Jahre (kleines Foto oben) und Hartmut Witt für 40 Jahre (unten).

In seinem Jahresbericht erwähnte Andreas Hillesheim, dass die Malenter auf Einladung des SPD-Bürgermeisterkandidaten Jörg Meyer nach Eckernförde gefahren und einen unterhaltsamen Tag mit einem Bouleturnier erlebt hätten. Ein Gegenbesuch sei für den Sommer geplant.

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