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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 00:44 Uhr

Malente : Malenter nehmen 2030 in den Blick

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Beim Auftakt des Modellvorhabens „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ registrieren Wissenschaftler große Heimatliebe.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2016 | 11:00 Uhr

Was kann getan werden, damit Malente auch im Jahr 2030 noch lebenswert ist? Und für wen soll es lebenswert sein? Familien? Junge Leute? Das sind die Fragen, die beim Modellvorhaben „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ in den kommenden 18 Monaten geklärt werden sollen. Malente ist eine von bundesweit acht Gemeinden, die vom Bund für dieses Modellprojekt ausgewählt wurden. Nun fand die Auftaktveranstaltung dazu im Haus des Kurgastes statt.

Etwa 25 Vertreter von Vereinen, Verbänden, Verwaltung und Wirtschaft waren zu dieser ersten Szenariowerkstatt gekommen. Sie alle bilden einen Querschnitt der Malenter Gesellschaft und sollen als Multiplikatoren fungieren, erläuterte Prof. Dr. Peter Dehne von der Fachhochschule Neubrandenburg. Er begleitet mit seinen Mitarbeitern das Modellvorhaben im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt und Bau.

Konkrete Themen wurden dabei allerdings noch nicht besprochen, sagte Malentes Bürgermeister Michael Koch. Vielmehr wollten die Wissenschaftler sich ein erstes Stimmungsbild verschaffen. Malente ist der letzte der acht Orte, der in die aktive Phase einsteigt. „Alle Teilnehmer sind stolz auf die Orte, in denen sie wohnen“, hat Dehne beobachtet. Aber es gebe auch Unterschiede: Während es Orte gebe, in denen die Gemeinschaft und die Vereinsstruktur als große Stärke betrachtet werde, seien die Süddeutschen besonders auf ihre gute Infrastruktur und die Rahmenbedingungen stolz. „In Malente fällt auf, dass es eine starke Verbindung zur Natur und zum Wasser gibt.“ Und eine besonders starke Heimatverbundenheit. „Viele Einwohner sind nach einigen Jahren in aller Welt wieder nach Malente gekommen“, lautet eine Erkenntnis der Wissenschaftler.

Was aber kann getan werden, damit junge Leute Malente gar nicht erst verlassen? Darüber sollen diese in einem „Barcamp“ selber nachdenken. Ein Barcamp ist eine Konferenz ohne strikten Ablaufplan, bei der sich die besprochenen Themen selbst entwickeln. Noch vor den Sommerferien soll dieses Barcamp stattfinden.

Bereits am Montag sprachen die Forscher mit drei Jugendlichen. „Die waren sehr pragmatisch“, stellte Projektberaterin Christiane Redlefsen fest. „Die denken nicht ans Jahr 2030, sondern an diesen Sommer.“ Dabei seien viele Vorstellungen und Wünsche bereits sehr konkret, etwa nach einer Grillmöglichkeit am Soccer-Platz neben der Schule.

So konkret sind die Ideen der anderen Teilnehmer noch nicht. „Wir müssen uns fragen, was wir wollen und wen wir ansprechen wollen: Die Wasser- oder die Wandersportler, die Best-Ager?“, sagte Dr. Dietmar Bethke vom Bund. Egbert-Rüdiger Lamb vom Heimat- und Verschönerungsverein wünschte sich, dass das, was bereits da sei, auch gepflegt werde, und verwies auf die Reitwege im Bergengehölz und die Wunderwelt Wasser.

Das nächste Szenariotreffen ist für Ende Juni geplant. Daran sollen dann auch Vertreter weiterer Vereine und aus den Dorfschaften teilnehmen. Bereits vorher soll auch die Öffentlichkeit beteiligt werden. „Es soll Treffen und eine Homepage geben“, erläuterte Stephan Kathke, Stadtplaner bei Ernst Basler + Partner. „Die Bürger sollen sehr direkt mitgestalten können.“ Und das müssen sie nach Ansicht von Bürgermeister Koch auch: „Die Malenter Bürger müssen sagen, wie sie sich die Zukunft vorstellen und wo sie hin wollen.“ Das sei eine ganz spannende Frage, die nicht von der Verwaltung beantwortet werden könne.

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