Aus dem Ausschuss : Malente winkt Immenhof durch

Die Pläne für eine Umwandlung des Gutes Rothensande in einen  touristischen Betrieb mit dem Schwerpunkt Reiten und Landwirtschaft sind genehmigt.
Die Pläne für eine Umwandlung des Gutes Rothensande in einen touristischen Betrieb mit dem Schwerpunkt Reiten und Landwirtschaft sind genehmigt.

Planungsausschuss gibt einstimmiges Votum für Ferienhof– An einer Wohnbebauung im Landschaftsschutzgebiet bei Krummsee scheiden sich jedoch die Geister.

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31. Juli 2014, 05:30 Uhr

Grünes Licht gab der Malenter Planungsausschuss am Dienstag erwartungsgemäß für eine Umwandlung des Gutes Rothensande in einen Ferienhof mit Reitbetrieb: Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder eine Änderung des Flächennutzungs- und des Bebauungsplanes, in der die Vorgaben übergeordneter Behörden eingearbeitet wurden.

Das war allerdings fast der einzige Beschluss, der in dieser Sitzung einstimmig fiel. Ein Bauleitplan-Verfahren für eine Wohnbebauung auf einem Grundstück in Krummsee zwischen der ehemaligen Klinik Hängebargshorst und dem Kellersee wurde mit sechs gegen drei Stimmen angeschoben.

An den Plänen für das als Kulisse der Immenhof-Filme bekannt gewordene Gut Rothensande hat sich nicht mehr viel geändert, es wurden lediglich einige Bezeichnungen und Details angepasst. So wurde ein Sondergebiet „Tourismus-Gastronomie“ in drei Sondergebiete geteilt, in denen im Detail Gastronomie, Reithalle und Parkplätze als Nutzung festgelegt sind. Von ähnlicher Güte sind zusätzliche Festlegungen wie eine extensiv bewirtschaftete Weide oder eine kleine Fläche zur Aufforstung, außerdem gab es Änderungen im Text, so wurden aus Ferien-Wohnungen nun Hotel-Appartements.

In der beschlossenen Form werden F-Plan und B-Plan noch einmal öffentlich ausgelegt. Erst danach kann ein finaler Satzungsbeschluss der Gemeinde folgen.

Einen Schritt weiter ging eine Mehrheit des Bauausschusses bei einer Bebauung eines Grundstückes in Krummsee, wo seit über 30 Jahren die Ruine eines abgebrannten Ferienhauses steht: Dort will – wie berichtet – Harry Klass vier Wohnhäuser bauen.

In der vorangegangenen Sitzung Anfang Juli hatte eine Ausschussmehrheit gegen die vier CDU-Stimmen beschlossen, dass die Verwaltung erst einmal beim Kreis fragen sollte, ob dieses Areal aus dem
bestehenden Landschaftsschutzgebiet entlassen werden kann. Dienstag schwenkte die SPD ein, nachdem die CDU noch einmal eine Änderung der Bauleitplanung auch ohne vorherige Auskunft beantragte: Danach sollen Flächennutzungs- und Bebauungsplan mit dem Ziel geändert werden, auf einer 9000 Quadratmeter großen Fläche Wohnbebauung zu ermöglichen. In dem modifizierten Antrag wird explizit auch ein Antrag auf Entlassung des Areals aus dem Landschaftsschutzgebiet erläutert.

Der werde ohnehin in einem Bauleitplanverfahren notwendig, erläuterte Gudrun Förster (CDU). Mit der Entscheidung für ein Wohngebiet demonstriere die Gemeinde ihre Planungshoheit. Kosten entstünden ihr nicht, da der Investor die Planungskosten unabhängig vom Ausgang des Verfahrens übernehmen müsse.

Gegen dieses Vorgehen stimmten Horst Bahlert (FDP), Jan Krützfeldt (Freie Wähler Malente) und David Kardell (Grüne). Kardell zeigt sich entsetzt: „Es kann doch kein Gemeindewille sein, in einem Landschaftsschutzgebiet Wohnraum zu schaffen“, schimpfte er.

Ohne weitere Diskussion nahm der Ausschuss einen Bericht von Johannes Löneberg über die Möglichkeiten einer besseren Breibandversorgung in der Gemeinde Malente entgegen. Der Mitarbeiter der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (Egoh) stellte verschiedene technische Modelle und ihre finanziellen Forderungen für eine bessere Breitbandversorgung der Gemeinde vor. Der Anschluss jeden Hauses in der Gemeinde an ein Glasfasernetz würde zwölf Millionen Euro kosten, für drei Millionen sei eine flächendeckende Verbesserung möglich, die allerdings als Schwachpunkt die Nutzung der vorhandenen, mit alten Kupferkabeln verbundenen Verteilerkästen hätte.

Neben der Frage der Technik sei auch denkbar, die teuersten Areale in der Gemeinde von dem Breitbandausbau auszunehmen. Alle diese Fragen solle die Gemeinde im Lauf des nächsten Jahres beantworten.

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