Malente verliert Produktionsschule

CJD schließt Jahresende Bildungsinstitut und Werkstätten für Berufsbildung

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14. September 2018, 16:44 Uhr

Knapp zwei Wochen nach der Meldung, dass der Betrieb des Osterberg-Instituts in Niederkleveez zum Jahresende eingestellt wird, kam gestern aus dem benachbarten Malente eine weitere Hiobsbotschaft: Das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) schließt die vor elf Jahren gegründete Produktionsschule und das seit fünf Jahrzehnten betriebene Bildungsinstitut mit 72 Betten.

16 Jugendliche, die aktuell in der Produktionsschule eine Ausbildung machen, sollen bis Jahresende betreut werden und dann in andere Einrichtungen wechseln. Die Zukunft von 15 Angestellten der beiden Einrichtungen ist dagegen nach Auskunft von Kornelia Hennek, CJD-Leiterin im Norden, noch unklar. „Wir werden nicht für alle standortnahe Stellen anbieten können“, sagte sie, „wir wollen aber mit anderen Trägern klären, ob sich da Beschäftigungschancen ergeben.“

Betroffen seien vier Vollzeitbeschäftigte, unter ihnen der Leiter der Produktionsschule, Lutz Mathesdorf. Elf Stellen seien Teilzeitstellen oder es handele sich um geringfügig Beschäftigte.

Kornelie Hennek betont, dass der CJD das Mutter-Kind-Haus in Malente weiter betreiben und auch die Integrationskurse für Flüchtlinge weiter anbieten werde. Für benachbarte Standorte, zum Beispiel die CJD-Einrichtungen in Eutin, seien ebenfalls keine Änderungen vorgesehen. „Das CJD möchte weiterhin professioneller Partner in den Landkreisen Ostholstein und Plön mit seinen Angeboten in der Migrationsarbeit, der Schul- und Jugendsozialarbeit und in der Jugendhilfe sein,“ wirbt Hennek.

Als Grund für die Schließung beider Einrichtungen nennt Hennek über Jahre hinweg unzureichende Einnahmen. Bemühungen im CJD Nord, eine langfristige Finanzierung der Maßnahmen sicherzustellen, seien zwar auf politischer Ebene begrüßt worden, hätten aber keine spürbaren Folgen erwirkt. Seite 11

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