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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 03:19 Uhr

Malente: Kein Geld für neue Schul-WCs

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeinde geht im Windhundrennen um Fördermittel aus Kiel leer aus

shz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 16:22 Uhr

Die Gelder waren bereits im Nachtragshaushalt eingeplant. Rund 180  000 Euro wollte die Gemeinde Malente in die Sanierung der Toilettenanlagen ihrer beiden Grundschulen in Bad Malente-Gremsmühlen und Sieversdorf stecken. Der Großteil dieser Summe sollte aus Kiel fließen: 75 Prozent, knapp 135  000 Euro, waren als Fördermittel des Landes eingeplant. Doch daraus wird nichts. Denn Malente hatte bei der Vergabe der Fördergelder das Nachsehen.

Zwar fließen 656  000 Euro aus Kiel in den Kreis Ostholstein. Insgesamt meldeten Schulen im Kreisgebiet jedoch einen Bedarf von 5,5 Millionen Euro an. Verteilt wurden die Gelder nach dem Windhundprinzip. Besonders clever stellte sich offenbar die Stadt Oldenburg an. Am Tag, als die Frist begann, soll der Förderantrag für vier Schulen bereits um 0.01 Uhr eingegangen sein. 32 Kommunen hatten sich um Mittel beworben, doch schon nach dem 13. Antrag war Schluss.

„Das war Pech“, kommentierte Bauamtsleiterin Britta Deubel das Ergebnis. Sie verweist darauf, dass zunächst eine DIN-gerechte Kostenschätzung habe erstellt werden müssen. Bürgermeisterin Tanja Rönck will nun überlegen, wie die Schul-WCs mit kleineren Maßnahmen aufpoliert werden könnten. Eine große Maßnahme halte sie angesichts des geplanten Schulneubaus nicht für sinnvoll.

Als „extrem bedauerlich“ bezeichnete Uwe Borchers, Leiter der Malenter Grundschule, das Ausbleiben der Fördermittel. „Der Zustand der Toiletten ist für die Kinder nicht mehr zumutbar“, kritisierte er. In den Räumen gebe es eine „massive Geruchsbelästigung“. Mit „kleineren Maßnahmen“ sei da nichts zu machen, sagte Borchers. Der Boden müsse raus, „weil das über Jahrzehnte dort eingesickert ist“. Er warnte davor, eine Sanierung bis zum Schulneubau aufzuschieben. „Das ist unzumutbar, sowohl für die Schüler als auch für die, die dort arbeiten.“

Handlungsbedarf besteht offenbar auch in Sieversdorf. „Es gibt schon Kinder, die nicht gerne oder auch gar nicht auf Toilette gehen“, erklärte der Schulelternbeiratsvorsitzende Lars Bienengräber mit Blick auf den Zustand der sanitären Anlagen. Manches Kind komme dann mit Bauchschmerzen nach Hause. Davon abgesehen gehe es den Lehrern nicht besser. Die Personaltoiletten seien eher in einem noch schlechteren Zustand.

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