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Riesenporling : Malente: Hans Werner Petersen entdeckt Riesenpilz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Pilzsammler hat in Krummsee einen Riesenporling gefunden, der seinem Namen wahrlich alle Ehre macht.

Malente | Seit mehr als 30 Jahren geht Hans Werner Petersen in die Wälder, um Pilze zu suchen. Doch was er vor wenigen Tagen bei Krummsee entdeckte, ist dem 69-jährigen Malenter noch nicht unter die Augen gekommen. „Ich war auf der Suche nach Steinpilzen, da sah ich plötzlich auf einem Baumstamm etwas Braunes. Ich dachte, es wäre ein Tier, ein Reh oder ähnliches.“ Doch bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das vermeintliche Tier als Pilz.

Spontan entschloss sich Petersen, den Fund abzuschneiden und mit nach Hause zu nehmen, um ihn seiner Familie zu zeigen. Gar nicht so einfach: „Ich konnte ihn kaum aus dem Wald zum Auto tragen“, berichtete er. Zu Hause nahm der Malenter Maß. Der Pilz wiegt satte 15 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 55 Zentimetern. Nur bei der Bestimmung rätselte Petersen, der normalerweise auf Röhrlinge, Steinpilze und Maronen aus ist.

Weiterhelfen konnte da Vivien Hauser, Vorsitzende der Kieler Pilzfreunde. „Das ist ein Riesenporling“, erklärte die Pilz-Sachverständige, nachdem sie einen Blick auf das Foto geworfen hatte. Zwar trage der Riesenporling (lateinisch Meripilus giganteus) seinen Namen nicht zu Unrecht. Doch sie könne sich nicht erinnern, je ein so stattliches Exemplar gesehen zu haben. Laut Internet-Lexikon Wikipedia wird der Fruchtkörper normalerweise zwischen 20 und 50 Zentimeter breit.

Dass Petersen den Pilz abgeschnitten hat, ist übrigens aus Sicht der Pilzexpertin kein Problem. Er wäre in kurzer Zeit ohnehin weg gewesen, erklärte sie. „In zwei Wochen würden da nur noch ein paar schwarze Lappen herunterhängen.“ Schnecken oder andere Tiere würden sich dann über die Reste hermachen. In den nächsten Jahren wachse jedoch immer wieder ein neuer Pilz aus dem Baumstumpf heran – wenn die Lebensbedingungen weiter stimmten – so lange, wie der Pilz Nahrung aus dem Holz ziehen könne.

Zwar hätte Petersen den Pilz gefahrlos essen können, denn giftig ist er nicht. Doch schmackhaft seien nur die jungen Pilze und auch bei diesen lediglich die Pilzränder, erklärte Vivien Hauser. Der Riesenpilz aus dem Wald bei Krummsee sei zum Verzehr auf jeden Fall zu alt und daher ungenießbar.

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erstellt am 13.Okt.2015 | 12:00 Uhr

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