Malente: Gleich zwei Ausschussvorsitzende werfen hin

Klaus-Peter Sauvant
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Klaus-Peter Sauvant

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05. Januar 2015, 18:22 Uhr

Mit einem Stühlerücken beginnt das neue Jahr in der Malenter Politik. Gleich zwei Ausschussvorsitzende ziehen sich zurück. Holger Bröhl (FWM) stellt sein Amt als Vorsitzender des Tourismusausschusses zur Verfügung. Der 65-Jährige will seine Arbeit im Ausschuss aber fortsetzen, wie er Kurdirektor Georg Kurz vor wenigen Tagen mitgeteilt hat.

Dagegen will sich Klaus-Peter Sauvant (Grüne) vollständig aus der Politik zurückziehen. Der streitfreudige Nücheler stellt daher zum 30. März sein Amt als Vorsitzender des Werkausschusses zur Verfügung. Das habe er Bürgermeister Michael Koch Ende vergangenen Jahres mitgeteilt, sagte Sauvant. Aufhören wird der 66-Jährige auch als Gemeindevertreter und Ortsvorsitzender der Grünen, die er einst in den 1970er Jahren mitgründete.

Noch ist unklar, wer die frei werdenden Posten übernimmt. Bislang hatten sich die Fraktionen so geeinigt, dass die Grünen im Werkausschuss und die Freien Wähler im Tourismusausschuss den Vorsitz stellen. Nun könnte es darauf hinauslaufen, dass die Grünen beide Posten besetzen. Wer dafür in Frage kommt, wer als Gemeindevertreter nachrückt und wann ein neuer Ortsvorsitzender gewählt werden soll – über diese Fragen wollen die Grünen heute Abend beraten. Außerdem ist ein Nachfolger für Thomas Paprotta zu finden, der sich als wählbarer Bürger aus dem Sozialausschuss zurückgezogen hat.

In der Kommunalpolitik wird nun spekuliert, ob Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren sich um den Vorsitz im Tourismusausschuss bemüht und ob die anderen Fraktionen sie mittragen würden. Schließlich hatte Nöh-Schüren durch ihren massiven Widerstand gegen eine erneute Beauftragung des touristischen Dienstleisters GLC sowie ihre Angriffe auf Bürgermeister Michael Koch im Streit um die Erhebung der Kurabgabe von den Kliniken vor allem bei der CDU massiven Ärger auf sich gezogen. Sollten sich die Fraktionen nicht einigen, droht eine Aufschnürung des Gesamtpakets, mit dem die Ausschüsse unter den Fraktionen aufgeteilt wurden.

Holger Bröhl machte für seinen Rückzug gesundheitliche und inhaltliche Gründe verantwortlich. Den Ausschlag habe schließlich das Gezerre um GLC gegeben, deren Ende 2014 im zweiten Anlauf beschlossene erneute Beauftragung Bröhl ablehnte. „Ich meine, ich bin nicht mehr unparteiisch genug“, sagte Bröhl. Er wolle sich „nicht auf eine Stufe stellen mit denen, die sich in der letzten Zeit schäbig benommen haben“.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Sauvant: „Es geht nur noch um persönliche Beleidigungen, Anmache und Profilierung.“ Das könne er nicht mehr mitmachen: „Ich bin zu alt, ich hab keinen Nerv mehr.“ Auf Nachfrage räumte Sauvant ein, bisweilen selbst zu offensiv aufgetreten zu sein. „Manchmal ist mir der Kragen geplatzt.“

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