Malente: Erst neue Schultoiletten, dann ein neuer Schulcampus

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15. Juni 2018, 13:31 Uhr

Einige Verwirrung herrschte in der neuen Gemeindevertretung, als sie am Donnerstag nach den personellen Weichenstellungen (wir berichteten) ihre erste Sachdiskussion zu einem Antrag der Bürger-innen für Malente (BfM) führte. Letztlich zog die neue BfM-Fraktionschefin Elke Wilkens den Antrag zurück, in dem es um eine fristwahrende Beantragung von Fördergeldern für Schulsanierungen ging.

Die Diskussion brachte jedoch auch Klarheit. Erstens: Die Gemeindeverwaltung arbeite daran, fristgerecht bis Ende Juli Mittel für eine Sanierung der Toilettenanlagen in der Grundschule Malente und in der Grundschule Sieversdorf zu beantragen, sagte Bauamtsleiterin Britta Deubel. Laut CDU-Gemeindevertreter Peter Blenski stehen für Malente knapp 70 000 Euro bei Gesamtkosten von rund 93 000 Euro bereit. Für Sieversdorf seien es rund 65 000 Euro bei Gesamtkosten von knapp 87 000 Euro. Bei einer ersten Verteilung von Fördermitteln durch das Land war Malente leer ausgegangen. Jetzt sollen alle Städte und Gemeinden zum Zug kommen, die keine Mittel erhalten hatten.

Zweitens: Auch wenn die sanierten Toiletten dann in einigen Jahren gar nicht mehr benötigt werden, strebt die Gemeinde weiterhin einen Schulneubau an. Dafür würden, fristgerecht bis Ende Juni, Bundesmittel für den Neubau eines Schulcampus beantragt, bekräftigte Bürgermeisterin Tanja Rönck auf OHA-Nachfrage am Rande der Sitzung. Das Antragsverfahren sei mehrstufig. Im ersten Schritt sei lediglich eine grobe Kostenschätzung nötig. Sie wolle Mittel für einen Schulcampus mit Küche und großer Aula beantragen. Als Zeithorizont bis zur Schlussrechnung nach Fertigstellung nannte Tanja Rönck höchstens fünf Jahre. Der BfM-Antrag zielte dagegen auf Sanierungsmittel für alle drei Schulen der Gemeinde ab.

Die Bürgermeisterin warb intensiv für die Schulcampus-Pläne. „Ich rede von einem Leuchtturmprojekt für Schleswig-Holstein“, erklärte sie, nachdem sie an den Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung vom Dezember 2016 für einen Neubau erinnert hatte. Für einen Neubau sprächen zahlreiche Argumente. So erhalte die Gemeinde selbst mit aufwendigen Sanierungen der Schule an den Auewiesen keine moderne Schule. Und die Malenter Grundschule platze aus allen Nähten.

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