Malente ebnet Weg für Tagesklinik

Über diesen Weg, der von der Janusallee abzweigt, soll die künftige Tagesklinik erschlossen werden. Rechts befinden sich die „Janus-Ufer“-Neubauten, links entsteht ein Neubau auf dem lange brach liegenden „Störtebeker“-Grundstück.
Über diesen Weg, der von der Janusallee abzweigt, soll die künftige Tagesklinik erschlossen werden. Rechts befinden sich die „Janus-Ufer“-Neubauten, links entsteht ein Neubau auf dem lange brach liegenden „Störtebeker“-Grundstück.

Planungsausschuss stimmt Bauleitplanung für Vorhaben der Curtius-Klinik zu. Diese soll zusätzliche Parkplätze aber vertraglich zusichern

shz.de von
31. Januar 2018, 13:01 Uhr

Die Pläne der Curtius-Klinik zum Bau einer Tagesklinik sind einen wesentlichen Schritt vorangekommen. Der Malenter Planungsausschuss empfahl der Gemeindevertretung am Dienstagabend im Kursaal einmütig, bei einer Enthaltung, die notwendige 4. Änderung des Bebauungsplans (B-Plan) Nr. 61, 2. Teilbereich, zu beschließen. Der Ausschuss hatte die Planung bereits im Sommer 2015 auf den Weg gebracht.

Sicher gehen wollte der Ausschuss in Sachen Stellplätze, um die bereits jetzt bestehende Parkplatznot im Umfeld der Klinik für psychosomatische Medizin zu lindern. So soll die Zusage der Klinik, 20 zusätzliche Stellplätze für den bereits bestehenden Betriebsteil zu schaffen, rechtsverbindlich in einen städtebaulichen Vertrag gegossen werden. Damit beauftragte der Ausschuss die Verwaltung nach einem entsprechenden Einwand von David Kardell (Grüne). Insgesamt bietet das neue Klinikgelände Platz für bis zu 55 Stellplätze.

Derzeit entsteht an der unmittelbar am Kellersee gelegenen Curtius-Klinik schon ein Erweiterungsbau, mit dem neue Behandlungsräume und Büros, ein größerer Raum für die medizinische Trainingstherapie und komfortablere Patientenzimmer geschaffen werden sollen. Die künftige Tagesklinik soll rund 50 Meter nordwestlich vom bestehenden Klinikgebäude auf einer Wiese gebaut werden. Planungsrechtlich zulässig seien künftig zwei Geschosse, die zulässige Firsthöhe werde auf elf Meter begrenzt, sagte Nagel. Bei dem zuvor festgesetzten Wohngebiet seien noch drei Vollgeschosse und eine Firsthöhe von 14 Metern möglich gewesen. Im Gegenzug werde die erlaubte Grundfläche des künftigen Gebäudes maßvoll angehoben. Auf dem nun geplanten knapp 4800 Quadratmeter großen Sondergebiet „Fachklinik“ dürfen nun 30 statt 25 Prozent der Fläche bebaut werden. Die Erschließung soll über die Janusallee erfolgen. Dies sei aus Sicht der Feuerwehr unbedenklich, sagte Nagel.

Hintergrund für den Bau der Tagesklinik ist das 2013 vorgestellte Konzept des Landes für die psychosomatische Versorgung. Dies sieht neben stationären auch ambulante Behandlungsangebote vor. In der Tagesklinik sollen laut Curtius-Klinik zehn Arbeitsplätze entstehen. Montags bis freitags würden täglich 18 Patienten erwartet. Diese Angaben zog Ausschussmitglied Thomas Paprotta (Bürger-innen für Malente) allerdings in Zweifel. Die Größe der Tagesklinik lasse deutlich mehr Patienten zu – mit entsprechenden Folgen für das Verkehrsaufkommen, kritisierte Paprotta. Er befürchtet außerdem Probleme mit der Ableitung des Regenwassers und der Müllentsorgung. Seinen Antrag, das Bauleitverfahren neu aufzurollen, lehnte der Ausschuss jedoch ab.

Ebenfalls nicht durchsetzen konnten sich Anwohner, die ihre schon schriftlich eingereichten Bedenken noch einmal vortrugen. Dabei ging es neben der Bodenversiegelung auch um Befürchtungen, die Gründung des geplanten Gebäudes im laut Bodengutachten sehr schlechten Baugrund könne zu Schäden an ihren Gebäuden führen.

Beim Thema Regenwasserentsorgung verwies Nagel auf das spätere Bauantragsverfahren. Beim Thema Gebäudeschäden könnten Anwohner den Zustand ihrer Gebäude vor Beginn der Bauarbeiten mit einem Beweissicherungsverfahren auf eigene Kosten dokumentieren und so eine Grundlage für mögliche Schadensersatzansprüche schaffen. Allerdings versicherte Nagel, dass keine Rammarbeiten, sondern andere Verfahren geplant seien. Die Curtius-Klinik selbst spricht laut Bauamt von Press- und Bohrverfahren.

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