Planungsausschuss : Malente-Card statt Parkautomaten?

CDU-Vorschlag stößt im Planungsausschuss auf einmütige Zustimmung.

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16. Februar 2011, 11:14 Uhr

Neue Wendung beim Thema Parkgebühren: Auf Antrag der CDU hat der Planungsausschuss gestern Abend die Verwaltung beauftragt, die Einführung eines Parkzonen-Systems im Malenter Ortskern zu prüfen. Der Vorschlag der Verwaltung, probeweise auf dem Parkdeck in der Eutiner Straße und dem Parkplatz an der Plöner Straße Parkgebühren zu erheben, wurde dagegen einmütig abgelehnt. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt, Kosten und mögliche Inhalte eines Integrierten Stadt ent wicklungskonzepts (Isek) zu ermitteln.

Rainer Geerdts erläuterte die Vorstellungen der CDU zum Parkzonen-Modell, das im Ausschuss einhellig begrüßt wurde. Er schlug vor, eine "Malente-Card" einzuführen, die als Jahreskarte zum Parken im Kneippheilbad berechtigt. Der Preis könnte dem einer Jahreskurkarte entsprechen, schlug Geerdts vor. Diese koste 56 Euro. Umgerechnet auf alle Werktage entspreche das 20 Cent pro Tag, rechnete Geerdts vor. Bei Familien mit mehreren Autos könnten die Gebühren gestaffelt werden.

Tagesgäste oder Besucher mit Pkw könnten an Automaten an den Ortseingängen, im Tourismus-Service oder in Geschäften Tageskarten erwerben, heißt es in dem Konzept. Zusätzlich solle die Malente-Card weitere Leistungen bieten, etwa Ermäßigungen bei Veranstaltungen in der Gemeinde. Eine Vernetzung mit anderen Orten sei denkbar. Geerdts hofft zudem, dass Wirtschaft und Handel den Kunden die Malente-Card durch die Gewährung von Rabatten schmackhaft machen könnten. "Dann binden wir mehr Kunden an den Wirtschaftsstandort Malente."

Vorteil der Malente-Card sei zudem, dass nicht so viele Automaten aufgestellt werden müssten, warb CDU-Fraktionschef Wolfgang Kienle für den Vorschlag. Die Kontrollen könnten gemäß dem Konzept weiterhin durch das Personal zur Überwachung des ruhenden Verkehrs vorgenommen werden.

SPD-Fraktionschef Jürgen Redepenning zollte dem CDU-Konzept großes Lob: Da habe sich einer "richtig einen ,Kopp gemacht. Das finde ich richtig gut." Der Vorschlag der Verwaltung, an zwei Ecken Parkgebühren einzuführen, sei dagegen ungerecht. Das hatte die Verwaltung vorgeschlagen, um mit einer flächendeckenden Einführung von Parkgebühren nicht dem beabsichtigten Stadtentwicklungskonzept vorzugreifen. Doch auch Grünen-Fraktionschefin Dagmar Nöh-Schüren lehnte den Vorschlag aus dem Rathaus ab: Er koste zunächst mehr als er einbringe. Es sei problematisch, dies umzusetzen, nur weil Land und Kreis die Gemeinde unter Druck setzten, Parkgebühren einzuführen, um höhere Fehlbetragszuweisungen zu erhalten. Der Ablehnung schloss sich auch FDP-Fraktionschef Wilfred Knop an. Mit dem CDU-Vorschlag ließen sich dagegen die Vorgaben des Landes und eine Lenkung des Verkehrs umsetzen. Allerdings drückte Knop als Vorsitzender des Finanzausschusses aufs Tempo, denn die Gemeinde stehe unter Zeitdruck. Er werde das Thema daher für Anfang März im Finanzausschuss auf die Tagesordnung setzen.

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