Malente braucht schon wieder Kita-Plätze

ronck

Bürgermeisterin berichtet im Sozialausschuss: In der Gemeinde warten 33 Kinder auif eine Betreuung / Ausschuss tritt beim Thema Schulneubau auf die Bremse

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13. Juli 2018, 12:13 Uhr

Erheblichen Anstrengungen der Gemeinde beim Ausbau der Kindergärten zum Trotz fehlen schon wieder Betreuungsplätze: Für 33 Kinder, sechs davon unter drei Jahren, gebe es aktuell noch keine Plätze, berichtete Bürgermeisterin Tanja Rönck dem Sozialausschuss, der Donnerstag im Haus der Kurgastes eine umfangreiche Tagesordnung bearbeitete. Ein weiteres, bedeutendes Thema: Die Gemeinde hat dem Land einen Sanierungsbedarf von etwa 20 Millionen Euro gemeldet, der bei den drei Schulen bestehe. Damit gibt es nach Überzeugung von Tanja Rönck gute Aussichten auf die Genehmigung eines Schulneubaues. Doch bei diesem Thema trat der Sozialausschuss überraschend auf die Bremse.

Für mehr als 30 Kinder ohne Kita-Platz müsste im Grunde eine weitere Kindertagestätte mit drei Gruppen eröffnet werden, stellte Rönck fest. Vor einem Beschluss dazu wolle die Verwaltung aber mittels einer Umfrage den tatsächlichen Bedarf ermitteln: „Es geht nicht nur um die Zahl der Kinder, sondern auch darum, wann und wie lange sie betreut werden sollen.“ Ohne Bedarfsermittlung drohe die Gefahr, dass die Gemeinde in eine weitere Kita investiere und die vielleicht schon in kurzer Zeit nicht mehr ausreichend sei.

Eine kurzfristige Entlastung, die Betreuung von zehn Kindern durch eine ausgebildete Tagesmutter, sei bisher leider an geeigneten Räumlichkeiten gescheitert. Da lasse sich aber vielleicht nicht etwas machen.

Mit Blick auf Neuigkeiten bei
der Schulentwicklung berichtete Rönck, dass die Gemeinde einen Antrag auf Fördermittel für die Sanierung der drei Schulen gestellt habe: Für die Schule an den Auewiesen seien neun Millionen Euro notwendig, für die dazu gehörende Turnhalle 4,2 Millionen, für die Grundschule Malente 4,2 Millionen, für die Grundschule Sieversdorf 1,6 Millionen und für die Turnhalle dort 600 000 Euro. Angesichts dieser Dimensionen werde sich der Bau einer neuen Schule lohnen, wobei sich Rönck für einen Campus und eine Schule aussprach, die landesweit vorbildlich sein sollte.

Die auf einen Neubau fokussierte Marschrichtung ging den meisten Mitgliedern des Ausschusses offenbar zu weit: Sie stimmten dem Vorschlag des Ausschuss-Vorsitzenden Bernhard Kardell (SPD) zu, dass der Hauptausschuss noch einmal die Arbeitsgruppe Schule neu formieren und sowohl Arbeitsziel als auch Zeitrahmen festlegen solle.

Eine zentrale Frage dabei sei die Zukunft der beiden Grundschulen: Kardell legte dem Ausschuss ein Schreiben des Leiters der Grundschule Malente, Uwe Borchers, vor, in dem dieser feststellte, dass er sich auch eine Zukunft der Grundschule an ihrem aktuellen Standort vorstellen könne.

Weniger überraschend war die von der Schulleiterin Esther John im Ausschuss vorgetragene Forderung nach den Erhalt der Grundschule in Sieversdorf. Sie kritisierte, dass sie bislang überhaupt noch nicht gefragt worden sei. Die Bürgermeisterin betonte, dass die Gemeindevertretung das letzte Wort zum Thema Neubau und dessen Dimensionen haben werde.

In nichtöffentlicher Sitzung beschloss der Ausschuss, dass die Gemeinde mit dem Kinderschutzbund Neustadt über die Organisation der offenen Jugendarbeit verhandeln soll, nachdem Jugendpflegerin Julia Hinrichs gekündigt hatte. Breiten Raum der Sitzung, die 30 Zuhörer verfolgten, nahmen Berichte zur Unterrichtung der neuen Ausschussmitglieder ein. Sportplatz Sieversdorf, Netzwerk Sport, Aktionsplan Inklusion und ein Bericht der Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Elke Malchau, füllten die gut zweistündige Sitzung.

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