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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 15:01 Uhr

Malente „an der Kapazitätsgrenze“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

GLC: Für mehr Übernachtungen sind neue, moderne Bettenkapazitäten nötig

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2015 | 18:41 Uhr

Zufrieden haben sich Bürgermeister Michael Koch und GLC-Chef Prof. Martin Weigel über das touristische Ergebnis des vergangenen Jahres gezeigt. Mit knapp 398  000 Übernachtungen legte das Kneippheilbad gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent zu, erreichte auf Sicht der vergangenen fünf Jahre jedoch nicht den Spitzenwert von 2012, als fast 405  000 Übernachtungen gezählt wurden.

In diesen Zahlen sind sowohl die gewerblichen Vermieter mit zehn und mehr Betten als auch die nicht-gewerblichen Vermieter enthalten, die vom Statistikamt Nord nicht erfasst werden. Dieses hatte für Malente einen Anstieg um 0,9 Prozent auf rund 368  000 Übernachtungen ausgewiesen, während das Land auf einen Zuwachs von 5,1 Prozent (jeweils ohne Campingplätze) kam.

„An der Schallgrenze von 400  000 Gästen prallen wir immer ein bisschen ab“, bedauerte Weigel, dessen Unternehmen GLC Glücksburg Consulting sich im Auftrag der Gemeinde um touristisches Marketing, Veranstaltungen, Zimmervermittlung und den Betrieb der Tourist-Info kümmert. Aus Weigels Sicht sehr erfolgreich: Er verweist auf das Jahr 2000, als GLC seine Arbeit aufgenommen und die Zahl der Übernachtungen in Malente noch bei 300  000 gelegen habe. Doch nun sei eine „Kapazitätsgrenze erreicht“. Große Sprünge seien nicht mehr machbar. „Uns fehlt jetzt eine moderne, neue Bettenkapazität, wie ein neues Hotel“, erklärte der GLC-Vorstandsvorsitzende.

Aus Sicht von Koch ist es daher an der Zeit für eine strategische Weichenstellung, die von der Politik vorgenommen werden müsse. „Die Gemeinde muss sagen, wohin sie sich ausrichten will, um neue Investoren zu bekommen.“ Ein Weg könne sein, auf die Olympischen Spiele zu setzen, wenn diese 2024 tatsächlich nach Hamburg gehen sollten. „Das wäre eine Chance, Malente als Sportstadt zu definieren.“ Wenn man das wolle, müsse die Gemeinde die strategische Entscheidung treffen, damit der Dienstleister die Marketing-Maßnahmen darauf ausrichten könne.

Im Gegensatz zu den Übernachtungszahlen haben die Einnahmen aus der Kurabgabe nach einer Atempause 2013 im vergangenen Jahr wieder kräftig zugelegt: von 299  000 Euro um 7,2 Prozent auf fast 321  000 Euro. Zum Vergleich: 2011 lagen die Einnahmen noch bei gut 284  000 Euro. Die seit 2009 fast durchgehenden Steigerungen führt Weigel auf die Einführung der online-gestützten Kurabgabe durch GLC zurück. Die habe auch zu mehr Kurabgabe-Ehrlichkeit geführt – und, wie Koch hinzufügt, zu weniger Aufwand: „Dadurch wurde Bürokratie abgebaut.“

Den Malenter Gästen scheinen die Querelen um die Neuvergabe des Tourismus-Geschäfts im vergangenen Jahr unterdessen egal gewesen zu sein. Im Gegenteil: Die Zahl der durch den Tourismus-Service Malente vermittelten Übernachtungen stieg 2014 erneut: um satte 43 Prozent auf über 17  000. Der Anteil der Online-Buchungen hiervon liegt mittlerweile bei 59 Prozent. Inzwischen sind 82 Prozent der Vermieter online buchbar. 119 Gastgeber haben mittlerweile einen Vermittlungsvertrag mit GLC.

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