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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 12:02 Uhr

Malchow: Polizei muss ihr Gesicht verändern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bundesvorsitzender der GdP spricht mit Eutiner Einsatzhundertschaft über neuen Alltag

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 00:36 Uhr

Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hat gestern die Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und Bereitschaftspolizei (PD  AFB) in Eutin besucht. „Durch die terroristische Bedrohung haben wir eine veränderte Lage“, sagte er nach einem Gespräch mit Beamten der Einsatzhundertschaft und Führungskräften der PD  AFB.

Wie ist das Personal geschützt und ausgestattet – dies seien die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit den neuen Herausforderungen. Neben der Einführung des Gewehres G36  C sprach Malchow auch von gepanzerten Fahrzeugen zum besseren Schutz der Polizisten. Die Bürgerpolizei bekomme nun wieder ein mehr militärisches Erscheinungsbild, sagte Malchow, zu seiner Ausbildungszeit habe es Gewehre nur zum Töten von Tieren gegeben. „Mit Helmen, Langwaffen und den Schutzwesten wirkt die Polizei jetzt wieder ein Stück distanzierter, aber trotzdem gehört die Ausrüstung auf jeden Streifenwagen.“ Denn Einsatzkräfte, die zu einem Amoklauf oder einem Terroranschlag gerufen werden, dürften nicht warten, bis das Spezialeinsatzkommando eintreffe, stellte Malchow fest.

An der PD  AFB arbeitet Kriminaloberrätin Juliane Bohrer derzeit an Konzepten, wie das Einsatztraining zur Terrorbekämpfung mit dem G36 C aussehen soll: Ab April sollen die Einsatztrainer geschult werden, auch in die Ausbildung der Polizeianwärter werde das Thema aufgenommen. Ausrüstungsgegenstände wie Splitterbrille, Helme und Schutzwesten würden im ersten Halbjahr in Eutin erwartet, sagte PD  AFB-Leiter Michael Wilksen, das G36C komme etwas später.

Auch der Personalmangel beschäftigte Malchow: „Wir haben bundesweit 20 Millionen Überstunden, das entspricht 13  500 Stellen.“ Dieses Problem werde frühestens durch Mehreinstellung in vier Jahren behoben sein können. Hinzu kämen die neuen Anforderungen im Bereich der Internetkriminalität. Bundesweit würden rund 20  000 Fachkräfte allein dafür gesucht. Für eine bessere Ausstattung sei der Bundesetat der Polizei von 14 auf 20 Millionen Euro aufgestockt worden. Experten schätzten den Investitionsstau im Land auf 100 Millionen Euro. Auch Schleswig-Holstein beteilige sich an der Finanzierung des „Anti-Terror-Pakets“. Bericht über Einsatztraining S.  9

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