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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 17:13 Uhr

„Macht das Gedicht. Aus.“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer stellt am Mittwoch ihre Arbeit im Binchen vor

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Die erste Veranstaltung des Kulturbundes Eutin im neuen Jahr ist ein Paukenschlag: Am Mittwoch, 6. Januar, liest Nora Gomringer um 20 Uhr im Filmkunsttheater Binchen. Die Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2015 wird unter dem Titel „Ein Abend mit Nora Gomringer: Macht das Gedicht. Aus.“ ihr Schaffen als Lyrikerin und Rezitatorin vorstellen.

Seit der Auszeichnung mit einem der bedeutendsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum steht Nora Gomringer im Rampenlicht. Zwischen einem Auftritt im Thalia-Theater in Hamburg und im Literaturhaus Stuttgart macht sie einen Abstecher nach Eutin.

1980 geboren, wuchs Gomringer in Wurlitz in einem hochgradig literarisch geprägten Elternhaus auf: Ihre Mutter ist Germanistin, ihr Vater, Eugen Gomringer, ist Dichter, der als der Erfinder der Konkreten Poesie gilt. Nach einem Training am Manchester Musical Institute zog Nora Gomringer nach Bamberg, wo sie bis heute lebt. Schon früh fand sie zur Lyrik, und in Bamberg begann auch ihre Arbeit als Rezitatorin.

Zwischendurch lebte sie in den USA, machte dort 1998 einen High-School-Abschluss, erlangte 2000 das Abitur in Bamberg und studierte dort Anglistik, Germanistik und Kunstgeschichte bis zum Magister 2006.

Zwischen 2000 und 2006 tummelte sich Nora Gomringer sehr aktiv in der deutschen Poetry-Slam-Szene, veranstaltete selbst Poetry Slams in Bamberg und war Gast bei zahlreichen Festivals. 2002 begann sie, für Pro Helvetia und das Goethe-Institut durchs Ausland zu touren

Ihr erster Lyrikband erschien 2006. Bis heute sind es sieben Bände (zuletzt 2015 „Morbus“) und ein Band mit Essays. Außerdem erscheinen ihre Texte in Anthologien, Schulbüchern und Zeitschriften. Sie wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Daneben arbeitet sie an Opern- und Hörprojekten, pflegt seit 2010 eine intensive Zusammenarbeit mit der Gruppe Wortart Ensemble, in deren Verlauf es zu mehreren gemeinsamen Auftritten und Tourneen kam. In den jüngsten Jahren hat sie sich verstärkt filmischen Gestaltungsmöglichkeiten zugewandt.

Hinzu kamen Poetikdozenturen und Auslandsstipendien, die Nora Gomringer bis nach Nowosibirsk führten. Die Autorin hat inzwischen eine umfangreiche Liste von Ehrungen und Preisen erfahren. Den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt sie für ihren Text „Recherche“, der die Nachforschungen einer Autorin zum Tod eines 13-jährigen Jungen bei den Bewohnern eines Hochhauses thematisiert. Der Text ist als Hörspiel konzipiert, und Nora Gomringer gestaltete ihn in einer One-Woman-Show. Und seit 2010 leitet Nora Gomringer das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia .

Erika Hofmann aus dem Vorstand des Kulturbundes schwärmt: „Die gesamte Arbeitsleistung der Künstlerin ist fürwahr erstaunlich. Auf das Publikum in Eutin wartet eine ungewöhnliche Autorin. Ihre Texte sind nicht immer einfach, sie verlangen Konzentration und Mitdenken, aber Gomringers Vortragskunst macht sie anschaulich und ermöglicht ein intuitives Verstehen. Und Nora Gomringer hat Humor, der oft als komischer Funken in Text und Vortrag aufblitzt. Sie ist eine kluge, kritische, politisch wache, unangepasste Autorin, engagiert, leidenschaftlich, und eine exzellente Formkünstlerin, der zuzuhören ein Genuss ist.“

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