Lübecks "gute Stube" wird schöner

Engpass in der Lübecker Fußgängerzone: Die Vorarbeiten in der  Breiten Straße haben begonnen.  Foto: ill
Engpass in der Lübecker Fußgängerzone: Die Vorarbeiten in der Breiten Straße haben begonnen. Foto: ill

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18. Februar 2011, 09:16 Uhr

Lübeck | Abschied von Lübecks Fußgängerzone in seiner jahrzehntealten Form: Auf den ersten Teilstücken wurden die unmodernen abgetretenen und zerborstenen Gehwegplatten und Klinker entfernt. Hier werden zunächst neue Abwasserleitungen verlegt. Anschließend wird mit der Umsetzung des Konzeptes "Mitten in Lübeck" begonnen.

Es geht voran mit dem Großprojekt: Der Klingenberg ist zum Platz umgestaltet worden, an der Sandstraße wird gearbeitet und in der Breiten Straße - Lübecks "guter Stube" - beginnen die Vorarbeiten mit der Erneuerung der Abwasserkanäle. In Zukunft werden Schmutz- und Regenwasser getrennt abfließen.

Wie immer an geschichtsträchtiger Stelle auf der Altstadtinsel werden Archäologen die Arbeiten begleiten. Sobald die neuen Leitungen liegen, wird die Fußgängerzone provisorisch wieder hergestellt. Die Arbeiten zur Umgestaltung beginnen dann im Mai und werden ein gutes Jahr dauern. Bis Ende 2012 soll der gesamte Bereich vom neu geschaffenen Klingenberg bis hin zum Schrangen vor Karstadt fertig gestellt sein.

Zu allem Überfluss wird es eine weitere Baustelle geben: Unter den Rathaus-Arkaden muss der "Germanistenkeller" trocken gelegt werden. Schon um das Jahr 1900 hat die Stadtverwaltung Auskristallisierungen an den Wänden festgestellt. Damals begann man die Kellergewölbe zu isolieren. Auf die Wand wurde eine Glasschicht gelegt, die mit Bitumen verklebt wurde. Darüber kam noch eine Schicht normaler Putz. Aber diese Vorgehensweise löste das Problem nur zum Teil. Im Laufe der Jahre zeigte sich immer mehr, wo damals nicht sorgfältig gearbeitet wurde. Die Kristalle konzentrierten sich auf die kleinen Gewölberippen. Die sind inzwischen zum Teil ausgebrochen. 1992 zog man die Notbremse und schloss den Keller, der als beliebter Restaurant-Tipp galt.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert die Maßnahme mit 200 000 Euro. Ab Ende 2012 soll der 1298 gebaute Keller wieder genutzt werden - möglicherweise als Tourist-Information.

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