Lothar Moos geht nach 39 Jahren im Gemeinderat Kasseedorf

Bürgermeisterin Regina Voß (li.) und ihre Stellvertreterin Christiane Hill bedankten sich beim langjährigen Bürgermeister und Gemeindevertreter Lothar Moos.
Bürgermeisterin Regina Voß (li.) und ihre Stellvertreterin Christiane Hill bedankten sich beim langjährigen Bürgermeister und Gemeindevertreter Lothar Moos.

Gemeinde dankt dem langjährigen Bürgermeister, der nach Heiligenhafen zieht / Die WUB-Fraktion ist nur noch mit zwei Mitgliedern im Gemeinderat vertreten

shz.de von
28. März 2017, 11:06 Uhr

Zum Abschied erhoben sich die Kasseedorfer Gemeindevertreter am Montag im Feuerwehrhaus in Sagau applaudierend und zollten Lothar Moos ihren Respekt. Nach 39 Jahren ohne Unterbrechung in der Gemeindevertretung endete die „Ära Moos“ mit dem Umzug des 81jährigen nach Heiligenhafen in die Nähe der Kinder. „Trefft weiter weise Entscheidungen“, gab Moos den verbleibenden Kommunalpolitkern einen Rat.

1978 kandidierte der Technische Kaufmann erstmals zur Kommunalwahl und war auf Anhieb für die CDU zum Bürgermeister gewählt worden. Bis 1997 hatte er dieses Amt inne. 1993 gab es einen Bruch mit der CDU, Moos gründete die Wählergemeinschaft unabhängiger Bürgerinnen und Bürger, kurz WUB. Ihr Sprecher war er bis zuletzt und in der Zeit auch fünf Jahre Vorsitzender des Bauausschusses.

Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) gab zu: „An eine Sitzung ohne dich muss ich mich erst noch gewöhnen.“ Sie versuchte das Handeln des „unkonventionell denkenden und handelnden“ Mannes zusammenzufassen, ohne angesichts der langen Zeit Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Mit der Erstellung eines der ersten Flächennutzungspläne habe Moos früh die Weichen für einen kontrollierten Kiesabbau in der Gemeinde gestellt. Auch die Schulscheune, deren Umbau zur Bürgerbegegnungsstätte mit Mitteln der Zonenrandförderung finanziert wurde, sei heute ein nicht wegzudenkender kultureller Mittelpunkt der Gemeinde. Ein weiteres Beispiel für zukunftsweisende Entscheidungen sei der Umbau der alten Schule für den Kindergarten. Heute eine Selbstverständlichkeit, anfangs habe man die Entscheidung ständig rechtfertigen müssen, erinnerte sich Voß, die seit 1994 in der Gemeindevertretung ist. Neben den Ortsdurchfahrten Sagau und Griebel seien während der Ära Moos nahezu sämtliche Straßen in der Gemeinde saniert worden, resümierte Voß. „Dein Wissen um Details aus der Vergangenheit werden wir vermissen“, prophezeite die Bürgermeisterin.

Moos erinnerte an die frühen Zeiten, in denen manche Sitzung nach der Tagesordnung weiterging: „Es hat Spaß gemacht, wenn es auch turbulent war. Wir waren nicht die größte, aber die lustigste Gemeindevertretung.“ Trotz allem sei man zu Freunden geworden. Er wolle die Zeit nicht missen, auch wenn er anfangs nicht gedacht habe, das es so lange gehen würde.

Mit Moos’ Wegzug und dem Rückzug des wählbaren Bürgers Jakob Brunken aus den Ausschüssen bleiben mit Christiane Hill und Stefan Maier noch zwei WUB-Mitglieder in der Gemeindevertretung. Sie besetzen nach einstimmigem Beschluss der Gemeindevertreter die Sitze im Bauausschuss und werden von der wählbaren Bürgerin Sabine Köhn verstärkt. Hill gehört zudem dem Wahlprüfungsausschuss an und wird als stellvertretendes Mitglied in den Schulverband Bungsberg entsandt. Im Finanzausschuss bleibt es bei zwei Vertretern, da wählbare Bürger dort nicht zugelassen sind. Von den sieben Listenkandidaten der WUB hatte zunächst Falk Herzog sein Mandat niedergelegt, für ihn war Christiane Hill nachgerückt. Für Moos gab es keinen Nachrücker mehr: Peter Worms hat ebenfalls die Gemeinde verlassen, WUB-Vorsitzender Jürgen Schulz und Sabine Köhn hatten auf das Mandat verzichtet.

Die Gemeindevertretung nahm den Eingang von Spenden in Höhe von 150 Euro
zu Gunsten der Feuerwehr Griebel-Vinzier zur Kenntnis und bestätigte die Wahl des Sagauer Ortswehrführers Martin Stahl und dessen Stellvertreter Simon Scharf.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen