Plön : Logistikschule bildet zivile Köche aus

Ein seltener Anblick: Kaffeepause mit Thomas Vanyek, Thomas Wassink, Frank Mothes und Jiefon Hsü (v. li.).
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Ein seltener Anblick: Kaffeepause mit Thomas Vanyek, Thomas Wassink, Frank Mothes und Jiefon Hsü (v. li.).

Fregattenkapitän Frank Mothes: „Die Ausbildung von zivilen Köchen ist möglich, weil die Ausbilder IHK-geprüfte Küchenmeister sind.“

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07. Mai 2015, 14:57 Uhr

Schon seit 2009 werden in der Logistikschule der Marineunteroffiziersschule (MUS) Köche ausgebildet, die nicht der Bundeswehr angehören. Beim Finale des diesjährigen Dehoga-Ostsee-Gerichts in Travemünde bewiesen zwei Auszubildende ihr Können und belegten einen beachtlichen achten Platz.

„Das ist ein toller Erfolg, denn die beiden haben sich gegen erfahrene Köche durchgesetzt“, ist der Dienststellenleiter, Fregattenkapitän Frank Mothes, mit dem 19-jährigen Thomas Vanyek und seinem ein Jahr jüngeren Kollegen Jiefon Hsü zufrieden. Insgesamt bildet die Bundeswehr in 40 Berufen zivil aus.

Die Ausbildung von zivilen Köchen ist möglich, weil die Ausbilder IHK-geprüfte Küchenmeister sind. In diesem Jahr hatten sich knapp 40 Auszubildende beworben, zwölf schafften es in das Einstellungscasting. Alljährlich wird ein Auszubildender eingestellt.

Die Ausbildung in der voll ausgestatteten Industrieküche ist umfangreich. „Außerdem lernen sie bei uns die Herstellung von Brot, Kuchen und Eis“, sagte der Ausbilder, Hauptbootsmann Thomas Wassink. Um den Lehrplan zu erfüllen, durchlaufen die Auszubildenden bei den Kooperationspartnern im Maritim Strandhotel Travemünde und der Lübecker Schiffergesellschaft die Bereiche Service und das A-la-Carte-Kochen. Zur Berufsschule gehen die zivilen Koch-Lehrlinge in Lübeck. Außerdem tauschen sich die Logistikschule regelmäßig mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband und den Ausbildungsbetrieben aus.
„Ich wollte unbedingt Koch werden“, erzählt Jiefon Hsü, der bald sein erstes Lehrjahr beendet. Zurzeit überlegt er, ob er nach seiner Ausbildung bei der Bundeswehr einsteigt oder in der freien Wirtschaft eine Stelle sucht. Fest steht für ihn, dass er eines Tages die Restaurants seiner Eltern in Lübeck und Travemünde übernehmen will. Der Reiz seiner Arbeit in der Logistikschule, in der die Auszubildenden für die Herstellung der Gemeinschaftsverpflegung mit verantwortlich zeichnen: „Das sind die enormen Mengen, die wir herstellen.“

Um festzustellen, welcher Beruf für Thomas Vanyek der Richtige ist, ließ er sich von einem Berufs-Coach testen. Er bewarb sich auf eine Anzeige der Bundeswehr. Wie alle Bewerber durchlief er nach einem Einstellungstest mit Vorkochen und Warenkunde ein zweitägiges Praktikum. Mittlerweile steht er kurz vor seinem Abschluss. Danach möchte Vanyek fünf Monate in die USA gehen und später zusätzliche Erfahrungen in der Schweiz sowie auf einem Kreuzfahrtschiff sammeln.

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