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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 18:42 Uhr

Feuerwehr : Löschteich auf vier Rädern

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Eutiner Feuerwehr verfügt seit Sonntag über ein 280 000 Euro teures Tanklöschfahrzeug mit einem 4500-Liter-Wasserspeicher.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 04:00 Uhr

„Einfach alles.“ Mit diesen zwei Worten hat Gruppenführer Tobias Schneider von der Eutiner Feuerwehr auf den Punkt gebracht, was ihm an dem neuen Tanklöschfahrzeug mit einem Wasserspeicher von 4 500 Litern gut gefällt.

Daher kam er gestern Morgen „sehr gern“ zum Gerätehaus am Priwall, um dort zusammen mit knapp einem Dutzend weiterer Feuerwehrleute die Einsatzgeräte und Werkzeuge in dem neuen Löschwagen unterzubringen. Dazu zählte auch Wehrführer Wolfgang Mevs. Er zeigte sich glücklich, dass mit diesem Wagen auf Jahre hin keine Fahrzeug-Investitionen mehr anstünden.

Erst am späten Vorabend kehrten Mevs und Schneider als Teil einer achtköpfigen Delegation mit dem – inklusive Ausstattung – rund 280 000 Euro teuren und rund 15 Tonnen schweren Fahrzeug aus der Fertigungswerkstatt im schwäbischen Ulm zurück. Dort haben die Feuerwehrleute eine mehrstündige Einweisung in die Feuerwehr-Pumpe bekommen, um das Wissen später an ihre nicht mitgereisten Feuerwehrleute weiterzugeben.

Die Reise nach Ulm erfüllte sogar einen weiteren Zweck. „Wir haben uns das Fahrzeug ganz bewusst nicht nach Eutin liefern lassen, um noch in der Fabrik überprüfen zu können, ob der Wagen gemäß unseren Wünschen gebaut wurde“, erklärte Mevs. Diese Entscheidung zahlte sich aus. „Wir hatten tatsächlich noch einige Kleinigkeiten zu bemängeln, aber die wurden gleich vor Ort behoben.“

Seit gestern Mittag steht der Löschwagen einsatzbereit im Feuerwehrgerätehaus. „Im Gegenzug verkauft die Stadt ein 36 Jahre altes Tragkraftspritzenfahrzeug an den Meistbietenden“, erklärte Mevs. Der Wagen sei zwar noch fahrtüchtig, doch für Rettungszwecke sei die Technik „völlig veraltet“. Bis zum Verkauf stehe das Fahrzeug auf dem Bauhof.

Auf das neue Fahrzeug, mit dem die Eutiner Feuerwehr für 25 bis 30 Jahre plant, halten Mevs und Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt große Stücke. „Mit einem Fassungsvermögen von 4 500 Litern Wasser ist der Wagen den beiden anderen Löschfahrzeugen, die 1 200 und 1 600 Liter speichern können, klar überlegen“, sagte Kreutzfeldt. Gerade deshalb habe die Wehr den neuen Löschwagen beantragt. „Es gibt immer mehr Feuerwehrleute, die tagsüber nicht für Einsätze verfügbar sind“, beklagte Kreutzfeldt. Daher sei es umso wichtiger, dass die verfügbaren Rettungskräfte direkt am Brandherd eingesetzt werden. „Dank des großen Wasserspeichers müssen wir nicht gleich drei Kameraden abstellen, nur um den Wassernachschub sicherzustellen.“

Zudem gebe es Einsätze, etwa auf der B 76, bei denen keine Hydranten in der Nähe seien. „Dann ist es sehr hilfreich, einen großen Wassertank zu haben“, sagte Mevs. Gleiches gelte für Wald- oder Stoppelfeldbrände. Deshalb habe das Fahrzeug – anders als die beiden anderen Löschwagen – Geländereifen. „Zusätzlich verfügen wir für die Waldbrand-Bekämpfung nun auch über zwei Löschrucksäcke, die je mit 20 Litern Wasser gefüllt sind, und bei kleinen Brandstellen zum Einsatz kommen“, sagte Schneider.

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