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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 15:46 Uhr

Ostholstein : Lob und Kritik für die Trasse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kontroverse Reaktionen gibt es in Ostholstein nach der Entscheidung der Landesregierung zum künftigen Schienenweg nach Fehmarn.

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 16:35 Uhr

Vielstimmig ist das Echo auf die Entscheidung der Landesregierung für eine neue Bahntrasse durch Ostholstein. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bestätigte gestern, dass etliche Orte umfahren werden sollen. Damit sieht er das Ziel erreicht, „eine für die Region und die Menschen möglichst verträgliche Trasse zu finden“.

Der Regierungschef erläuterte die Trasse, auf der künftig der Schienenverkehr von Lübeck nach Puttgarden an den geplanten Fehmarnbelttunnel rollen soll. Dabei werden die Züge, wie bereits gemeldet, einen Bogen um Großenbrode, Lensahn, die Bäder an der Lübecker Bucht sowie auch um Ratekau machen. Albig: „Wir haben eine Alternative zur Vorzugstrasse der Deutschen Bahn entwickelt, die den Bedürfnissen der Menschen vor Ort besser gerecht wird.“

Landrat Reinhard Sager (CDU) begrüßte die Entscheidung als „die insgesamt bestmögliche Lösung, was die Minderung der Konflikte betrifft – es sei denn, man verzichtet ganz auf das Projekt.“ Damit aber sei realistisch nicht zu rechnen angesichts der Entschlossenheit Dänemarks, die feste Fehmarnbelt-Querung trotz aller Kostensteigerungen zu realisieren. Deshalb müsse jetzt alles dafür getan werden, dass der Kieler Trassenvorschlag Grundlage für die künftige Planung der Bahn werde. Aber auch die optimale Anbindung der neuen Haltestellen an die Orte erfordere noch viel Arbeit. Die Kreisverwaltung werde sich dieser Aufgabe weiterhin mit großer Ernsthaftigkeit widmen.

Zum Verzicht auf das milliardenteure Verkehrsprojekt Fehmarnbelt-Querung riefen erneut die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn sowie die Landtagsabgeordneten Lars Winter und Sandra Redmann (alle SPD) auf.
In einer gemeinsamen Erklärung gingen sie auf Distanz zum Trassenvorschlag der rot-grünen Landesregierung: „Absehbar für uns gibt es am Ende dieses Raumordnungsverfahrens in Ostholstein keine Gewinner, sondern nur unterschiedlich stark betroffene Verlierer.“ Sie werteten zwar die Umfahrung von Großenbrode und anderer Orte als Erfolg, verwiesen aber zugleich auf die „massive Belastung für die Menschen, die an der künftigen 55 km langen Neubautrasse wohnen werden“. Zudem büße der Regionalverkehr Attraktivität ein, wenn man nicht mehr fußläufig die Bahnhöfe erreiche.

Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens hingegen hält nun eine „anwohnerverträgliche Trassenführung zum Greifen nah“. Er betonte den Lärmschutz-Anspruch und sagte: „Dass die Gemeinden Ratekau, Lensahn und Großenbrode nun komplett umfahren werden, ist ein großer Erfolg.“ Dieses Ergebnis stelle die Bahn zwar vor erhebliche Investitionskosten, dennoch sehe er gute Chancen, dass die neue Trasse im Planfeststellungsverfahren für die Schienenhinterlandanbindung „bevorzugt“ werde. Er wolle sich zudem dafür einsetzen, dass die Badeorte auch bei der neuen Gleisführung „vernünftig erreichbar“ bleiben.

Für die IHK zu Lübeck begrüßte Präses Friederike C. Kühn das Votum des Landes: „Es ist richtig, für die
Schienenanbindung teilweise Neubautrassen in Autobahnnähe mit Umfahrung der Bäderorte in Ostholstein vorzusehen.“







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