Familienbildungsstätte Eutin : Lob für "weise Kombination"

Während die Krippenkinder gerade zu Mittag essen, unterhält sich Marlies Fritzen (rechts) mit Erzieherin Michaela Preuß. Foto: Schröder
Während die Krippenkinder gerade zu Mittag essen, unterhält sich Marlies Fritzen (rechts) mit Erzieherin Michaela Preuß. Foto: Schröder

Die Landtagsabgeordnete Marlies Fritzen sieht die Familienbildungsstätte mit Krippe und Familienzentrum gut aufgestellt.

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02. Oktober 2012, 11:57 Uhr

Eutin | Die Familienbildungsstätte in Eutin bietet nicht nur Kurse an. Die Einrichtung beherbergt zugleich eine Kinderkrippe und ist Trägerin eines Familienzentrums. Damit ist die Einrichtung aus Sicht der Grünen-Landtagsabgeordneten Marlies Fritzen hervorragend aufgestellt und erfüllt eine Vorbildfunktion für die weiteren 31 Familienbildungsstätten im Land: "Die Kombination ist sehr weise und offensichtlich gut gelungen", gab die Abgeordnete aus Ostholstein gestern Vormittag bei einem Pressegespräch ihren Eindruck nach einem Besuch der Einrichtung wieder.

Die einzige Familienbildungsstätte (FBS) in Ostholstein, zu der seit 2009 das Familienzentrum und seit ihrem Umzug in die Straße Dunkernbek 2010 auch die Krippe mit zehn Plätzen gehört, hat offenbar die politischen Vorstellungen der Grünen exakt getroffen. "Wir als Grüne würden gerne Kitas zu Familienzentren ausweiten", erläuterte Marlies Fritzen. Dort sollten Beratungsangebote zahlreiche Themen abdecken: Schreibabys, Förderbedarf im ergotherapeutischen und logopädischen Bereich, Migrationsberatung. So entstehe ein engmaschiges und zugleich niedrigschwelliges Beratungsangebot dort, wo auch die Eltern und Kinder seien. Derzeit gibt es in Ostholstein vier Familienzentren: außer in Eutin auch in Heiligenhafen, Neustadt und Bad Schwartau.
Mehr Geld ist nicht in Sicht

Eines konnte Marlies Fritzen trotz des Lobes angesichts der Finanzlage des Landes allerdings nicht versprechen: mehr Geld für die FBS. Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung hatte die Förderung für die Familienbildungsstätten deutlich zurückgefahren. Bekam die FBS Eutin 2010 noch 14.000 Euro vom Land, sind es seit diesem Jahr nur noch 10.000 Euro. Weitere 19.000 Euro kommen von der Stadt Eutin und 2000 Euro vom Kreis Ostholstein. "Alles andere erwirtschaften wir selbst", sagte FBS-Leiterin Gudrun Nielsen mit Blick auf den 80.000-Euro-Etat der FBS. Eine Einnahmequelle sei etwa die Kleiderbörse, und um Geld zu sparen, seien die Honorare knapp bemessen.

Die Krippe wird unterdessen von Land, Kreis, Stadt und Elternbeiträgen finanziert, während das Familienzentrum von Kreis, Sparkassen-Stiftung und Bürgerstiftung getragen wird. Dort arbeiten gegen Honorar sechs Familienhelferinnen und drei Familienhebammen, die sich vor und nach der Geburt um Familien aus Eutin und der Region kümmern. Darüber hinaus stehen zehn Ehrenamtliche für das Projekt Wellcome bereit, um die Familien zu entlasten, wenn das Baby da ist. All diese Angebote sind nach dem Eindruck von Gudrun Nielsen dringender denn je: "Junge Familien sind ganz unbeholfen, das merken wir verstärkt." Zu tun habe das auch damit, das junge Eltern heute oft nicht mehr auf familiäre Unterstützung in unmittelbarer Nähe zurückgreifen könnten.

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