LMK-Postfiliale sucht neuen Standort

Bald Geschichte: Gut 100 Quadratmeter belegt die Post, doch für den Franchise-Partner LMK scheine sich das Geschäft nicht zu lohnen.
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Bald Geschichte: Gut 100 Quadratmeter belegt die Post, doch für den Franchise-Partner LMK scheine sich das Geschäft nicht zu lohnen.

Nach 19 Jahren schließt die Post ihre Filiale im Kaufhaus und sucht nun einen neuen Partner im Zentrum der Stadt

shz.de von
29. Mai 2018, 00:58 Uhr

Die Filiale der Deutschen Post im Kaufhaus LMK schließt Ende Oktober und sucht nun einen neuen Partner. Was bislang teilweise als Gerücht für Entsetzen bei Postkunden sorgte, bestätigte sich auf Nachfrage bei der Pressestelle der Post in Hamburg. „LMK hat uns den Vertrag zum 31. Oktober gekündigt“, sagt Post-Sprecher Martin Grundler auf Nachfrage. Derzeit werde versucht „an geeigneter Stelle“ einen neuen Partner zu finden. „Wir streben einen nahtlosen Übergang an und suchen einen Partner, bei dem das Leistungsangebot erhalten bleibt“, sagte Grundler.

Gut 19 Jahre war die Postfiliale im Kaufhaus. Warum kündigt LMK nun den Vertrag? „Wir haben uns das lange überlegt, aber die Personalkosten decken sich nicht mit den Erträgen“, sagte LMK-Geschäftsführer Thomas Gast. Durch die Zunahme an Onlinebestellungen, sei der Personalaufwand für die Rücksendungen gestiegen und stehe in keinem Bezahlverhältnis, so Gast. LMK ist Franchise-Partner der Post, die Mitarbeiter sind Angestellte des Kaufhauses und fänden nun einen anderen Einsatzbereich.

Wer selbst Postkunde ist, kennt die Warteschlangen zu den Stoßzeiten – längst nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber finanziell habe der Effekt des „Frequenzbringers“ in den letzten Jahren nicht funktioniert. „Wir haben das beobachtet, der Gang zur Post ist ein Zielbesuch. Die Wenigsten gehen anschließend durch das Kaufhaus oder nehmen noch etwas Anderes mit“, sagte Gast. Mittlerweile zahle LMK drauf, so Gast. Außerdem erlaube die Vor-Ort-Situation auch nicht die ausführliche Beratung beim Postbanking, wenn die Warteschlange dahinter alles mitbekomme.

Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt ist informiert und froh über das Bekenntnis der Post, in der Innenstadt Eutins bleiben zu wollen. „Wir stehen mit der Post in Verbindung und sind bei der Suche behilflich“, sagte Stein-Schmidt auf Nachfrage. Die Post suche einen neuen Partner, bei dem ein Schalter eingerichtet werden könne. Der Wunsch, Leerstand zu reduzieren, erfülle sich deshalb nicht, doch das Ziel, in der Innenstadt einen neuen Partner zu finden, sei toll für Eutin und die Kunden.

Die nächste Postfiliale ist im Famila-Markt in der Plöner Straße in Eutin-Neudorf oder in der Bahnhofstraße Malente im Markant.

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