Plön : Lilly wartet auf Post vom Bürgermeister

Lilly geht es nach ihrem Unfall in Plön wieder besser.
Lilly geht es nach ihrem Unfall in Plön wieder besser.

Neunjährige zog sich im Spätsommer am Strandweg schwere Verbrennungen durch Phosphor zu und vermisst jetzt Warn-Hinweise.

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16. Dezember 2014, 04:30 Uhr

Die heute neunjährige Lilly hat an die Stadt Plön, den Großen Plöner See und den Strandweg fast nur schmerzhafte Erinnerungen. Im Spätsommer war die Schülerin aus Schuby mit ihren Eltern und zwei Geschwistern nach einem Strandspaziergang in Plön mit schweren Verbrennungen in eine Klinik eingeliefert worden (der OHA berichtete).

Lilly hatte in Plön Verbrennungen dritten Grades an den Beinen erlitten, als sich ein vermeintlicher Bernstein, den sie am Strandweg nahe der Innenstadt als gewöhnlichen Stein gesammelt hatte, in ihrer Hosentasche plötzlich selbst entzündete. Die tückische Substanz ist offenbar eine Altlast aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie entzündet sich, sobald sie getrocknet ist und verbrennt mit 1300 Grad Celsius. Als die Hose des Mädchens in Flammen stand, reagierte der Vater, löschte sie mit Wasser.

„Wir sind ein paar Wochen nach dem Unglück wieder nach Plön an die Stelle gefahren, wo Lilly im Spätsommer den Klumpen Phosphor fand“, sagte Mutter Kerstin Frischkemuth dem OHA. Es sei für Lilly sehr schlimm gewesen, denn die Unglücksstelle sah aus, als sei dort nie etwas passiert. Das schrieb sie dem Bürgermeister in einem Brief. Sie wünschte sich darin Warnschilder.

Immerhin zog sich die heute neunjährige Schülerin Verbrennungen dritten Grades zu und „es musste eine Eigenhauttransplantation vorgenommen werden,“ sagte ihre Mutter. Lilly sei jetzt körperlich wieder fit und mache eine zweijährige Kompressionstherapie.

Bei Bürgermeister Jens Paustian war der Brief am 20. November eingegangen. „Wir haben Lilly nach ihrem Unfall ein kleines Geschenk und einen Brief mit Genesungswünschen der Stadt geschickt“, sagte er gestern. Er habe mit dem Kampfmittelräumdienst gesprochen. Die Aufstellung von Schildern sei schwierig. Aber das soll Lilly noch vor Weihnachten in einem Brief vom Bürgermeister erläutert werden. 

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