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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 16:59 Uhr

„Lilli Marleen“ muss bald gehn

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Malente testet zurzeit über 30 verschiedene LED-Lampen, um veraltete Straßenlaternen zu ersetzen / Kelchlampen stehen vor dem Aus

Im Malenter Gemeindegebiet stehen 1400 Straßenlampen – auf Parkplätzen und an Straßen aller Art. Mehr als die Hälfte der Leuchten – 55 Prozent – sind veraltet. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Quecksilberdampflampen, die aufgrund ihres geringen Wirkungsgrads ab Ende 2014 nicht mehr verkauft werden dürfen. Spätestens, wenn die Ersatzteile ausgehen, muss die Gemeinde handeln und sie ersetzen. Sonst gehen in Malente sprichwörtlich die Lichter aus.

Damit es nicht so weit kommt, soll die Politik entscheiden, was geschehen soll. Am Mittwoch, 15. Januar, wird das Bauamt bei der Sitzung des Planungsausschusses ab 17.30 Uhr im Rathaus moderne LED-Lampen vorstellen. Die als besonders sparsam und haltbar geltenden Leuchtkörper könnten die alten Lampen ersetzen.

Die veralteten Leuchtmittel stecken in sogenannten Kelchlampen – „Typ Lilli Marleen“, sagt Bauamtsmitarbeiter Uwe Thies – deswegen, weil ihre alte Form an das alte Soldatenlied von Lale Andersen erinnert („Vor der Kaserne, vor dem großen Tor, stand eine Laterne und steht sie noch davor“). Doch Lilli Marleen muss nun bald gehn, sie ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Zum einen ist sie mattiert, was unnötig Licht schluckt, und zum anderen erzeugt sie viel Streulicht, das dorthin leuchtet, wo man es gar nicht braucht: etwa in die Fenster der Anlieger.

Derzeit hat Thies über 30 verschiedene Typen von LED-Straßenlampen auf Lager – von den meisten zwei Exemplare. Darunter sind sowohl schlichte als auch dekorative Exemplare, die Preise liegen zwischen 260 und 800 Euro pro Lampenkopf. Einige von ihnen leuchten bereits auf sogenannten Teststrecken, die der Ausschuss als letzten Punkt der Tagesordnung in Augenschein nehmen soll. Die Test-LEDs stehen etwa am frisch ausgebaute Hagnerschen Weg, der auf der Höhe des Bahnübergangs von der Lütjenburger Straße abzweigt. Weitere LEDs leuchten derzeit in der Kellerseestraße nahe der Jugendherberge und bei der Grundschule Sieversdorf (Erschließungsstraße und Schulhof). Geplant sei außerdem eine Teststrecke im Bärwalder Weg, erklärte Thies. Im Hasselried in Sieversdorf sollten dagegen nur die Leuchtmittel modernisiert werden, die eigentlichen Lampen blieben unangetastet. „Da wird einfach nur der Einsatz getauscht.“

Innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate sollen auf den Teststrecken nach und nach alle LED-Lampen zum Einsatz kommen. So will das Bauamt etwa ermitteln, wie hell sie leuchten und ob sie sich möglicherweise mit den alten Lampenabständen vertragen. Dann müssten keine neuen Masten aufgestellt werden. Denn nicht alle Straßenlaternen sind so marode wie im Bärwalder Weg, wo in den nächsten Wochen eine Teststrecke entstehen soll. „Die sind über 50 Jahre alt“, sagt Thies. Sie müssen ohnehin komplett ersetzt werden. Weil dort zu wenige Lampen stünden, soll ihre Zahl zudem von vier auf sieben erhöht werden.

Überraschend: Zumindest derzeit sind LEDs nicht die sparsamsten Straßenlampen. Gängige LEDs haben einen Wirkungsgrad von 80
bis 100 Lumen pro Watt, weiß Thies. Übertroffen würden sie jedoch von sogenannten Natriumdampf- und
Halogenmetalldampflampen (HCI) mit Keramikbrenner, wie sie in Malente ebenfalls im Einsatz seien. Sie kämen auf eine Lichtausbeute von 100 bis 120 Lumen.

Doch die LEDs holen rasant auf. „Es gibt Prognosen, dass in den nächsten Jahren bis zu 250 Lumen erreicht werden“, erklärt Thies. „Das heißt, je länger wir mit einer Umrüstung warten, desto wirtschaftlicher wird es.“ Deshalb ist es gut möglich, dass es für „Lilli Mareen“ noch eine längere Schonfrist gibt. Denn ihre Leuchtkörper mit Quecksilberdampf, die es nur auf 40 Lumen bringen, lassen sich auf moderneren Ersatz umrüsten – Natriumdampf oder HCI.

Um eine genaue Grundlage für den großen Lampentausch zu haben, legt das Bauamt derzeit ein Lampenkataster an. Mindestens ein halbes Jahr wird er damit noch beschäftigt sein, sagt Thies. Denn für jeden einzelnen Standort werden zahlreiche Kriterien erfasst – vom Lampentyp über das
Alter bis zur Art der Masten. Die hohe Kunst für das Bauamt wird danach sein, zu ermitteln, wann der Ersatz
der alten Lampen wirtschaftlich jeweils am günstigsten ist. Gefragt sind aber auch die Gemeindeverteter: Sie müssen Vorgaben dafür machen, wann und wo welche Lampentypen zum Einsatz kommen sollen.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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