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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 01:47 Uhr

Lift steht – Genehmigung fehlt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Angestellte des Schönwalder Bauhofes haben den 150 Meter langen Schlepplift aufgebaut / Betrieb kann noch nicht beginnen

von
erstellt am 15.Jan.2016 | 12:49 Uhr

Die gute Nachricht: Der einzige Skilift in Schleswig-Holstein ist seit gestern aufgebaut. Die schlechte: Selbst wenn jetzt so viel Schnee fallen sollte, dass sich der Bungsberg zum Rodeln und Skifahren eignet, kann der 150 Meter lange Lift nicht in Betrieb gehen: Es liegt noch keine behördliche Genehmigung vor und es fehlt auch noch eine Abnahme durch den Technischen Überwachungsverein (Tüv).

Bis vor wenigen Tagen sah es so aus, als ob nach 41 Jahren der erste Winter angebrochen wäre, in dem Schleswig-Holsteins einziger Skilift nicht aufgebaut würde. Unüberbrückbar schien ein Streit zwischen den Eigentümern des Geländes und der Gemeinde.

Robert Trede aus dem Gemeindebeirat „Schönwalde aktiv“ hatte sich zur Aufgabe gemacht, zwischen den Parteien zu vermitteln. Tatsächlich erreichte er Ende vergangener Woche eine Vereinbarung als Basis für einen Betrieb des Liftes noch in diesem Winter (wir berichteten).

Teil des Abkommens war, dass sich Bürgermeister Hans-Alfred Plötner aus dem Thema heraushält und stattdessen seine Stellvertreterin Bärbel Seehusen die Interessen der Gemeinde vertritt. Sichtbares Zeichen einer Einigung ist der Aufbau des Liftes, den Peter Schneider und Peter Klepp vom kommunalen Bauhof am Donnerstag begannen und gestern vollendet haben.

Der Schlepplift mit niedriger Seilführung, wie er technisch heißt, könnte seinen Betrieb aufnehmen – wenn da nicht zwei wichtige Voraussetzungen fehlten: „Die Amtsverwaltung hat mir berichtet, dass es eine Behörde in Kiel gibt, die eine Genehmigung erteilen muss,“ sagte Bärbel Seehusen gestern dem Ostholsteiner Anzeiger. Bis nächsten Montag sei eine Antwort zu erwarten, welcher Aufwand mit dieser Genehmigung verbunden sei.

Über Jahrzehnte waren Horst Schnoor und sein Nachbar Hans Heinrich Schröder das verlässliche Skilift-Duo vom Bungsberg. „Die beiden hatten so was
wie Bestandsschutz“, sagt Bärbel Seehusen. Doch nun gebe es mit Horst Schnoors Schwiegertochter Alexandra Schnoor eine neue Betreiberin, und da müsse geklärt werden, ob eine neue Genehmigung notwendig sei. Seehusen: „Montagmittag soll ich erfahren, wie die Antwort auf diese Frage lautet.“

Ausgehend von der Erteilung einer Genehmigung zum Betreiben des Skiliftes fehle dann aber noch das Tüv-Siegel: „Dazu muss ein Experte des Tüv aus München angefordert werden. Der kostet 150 Euro die Stunde, und es wird eine Gebühr von 300 Euro fällig.“ Außerdem müssten wohl die Reisekosten erstattet werden. Und wie schnell der Tüv-Prüfer auf den Bungsberg geholt werden kann, wisse sie auch noch nicht.

Fazit: Der Lift steht. Wann er laufen darf, steht noch nicht fest. Heute soll es schneien, und am Mittwoch wieder.

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