Lichterstadt – Wie alles begann

So sah die Illumination des Schlosses vor 15 Jahren aus, mittlerweile ist eine „Lichtshow“ fest installiert.
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So sah die Illumination des Schlosses vor 15 Jahren aus, mittlerweile ist eine „Lichtshow“ fest installiert.

Die erste Aktion 2002 löste nicht nur Begeisterung aus / Kritik hatte es auch am Weihnachtsspektakel im Zirkuszelt auf dem Markt gegeben

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27. Dezember 2017, 14:28 Uhr

Es ist die 16. Aktion „Lichterstadt“, die sich mit diesem Jahr dem Ende neigt. Mittlerweile wird das Ereignis als selbstverständlich hingenommen. Zu Beginn, im Jahr 2002, gab es noch sehr geteilte Reaktionen. Der Eutiner Wilhelm Boller erinnert sich:

Vor der „Lichterstadt“ Eutin“ gab es einen zweijährigen Vorlauf. Am 5. Oktober 2000 fand sich die Wirtschafts-Vereinigung Eutin (WVE) zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Voss-Haus Eutin zusammen. Dabei ging es um etwas Neues, die Idee des „WVE Weihnachtsspetakels“ war geboren. Anlass, etwas „Besonderes zu wagen“, wie es der Vorsitzende Klaus Hoth andeutete, war die Kritik an der Art des bisherigen Weihnachtsmarktes in der Kreisstadt. Da war einfach nichts mehr los.

Viele Eutiner erinnern sich noch, dass plötzlich vom 7. bis 11. Dezember ein blau-gelbes Zirkuszelt mitten auf dem Markt stand. Das kannten Ältere noch von früher.

Aber ein richtiger Zirkus war dies nicht. Vielmehr hatte die WVE mit Hilfe von Helge Nickel und vielen Freiwilligen ein buntes Programm entwickelt. Mit einer After Work-Party ging es los, Kindergärten und Schule, der Zirkus „Tortellini“, Tommis 14. Mitternachtsshow (sonst im Kino), ein Mitmachzirkus, ein Nachmittag für Senioren und ein Auftritt der „Fidelen Süseler“ folgten als einige der Angebote. Der Eutiner Bürgermeister Gernot Grimm stand hinter dieser Aktion und tanzte mit dem Hamburger Comedy-Star Marlene Jaschke Flamenco. Das Zelt war an jedem Tag fast ausgebucht.

Im Jahr 2001 bot die WVE das „2. Weihnachtsspektakel“ im Zelt mit erneut vielfältigen Höhepunkten an. Wieder dabei waren Tommi Geisler, Tortellini, aber auch die Lenter Gill und Gottfried Böttger mit Joe Curtis und Reiner Regel. Diese nur wenige Tag dauernde Veranstaltung gefiel nicht allen Bürgern, sie wurde als nicht weihnachtlich genug angesehen.

Die Stadt Eutin mit Bürgermeister Gernot Grimm und Dr. Juliane Moser von der Stiftung Schloss Eutin unterstützten im Oktober 2001 die vom wiedergewählten WVE-Chef Klaus Hoth sowie vom Galeristen Nils Hoffmann und Grafiker Kai Kaufmann präsentierte Neuerung für das Jahr 2002. Gut 30 Objekte in Eutin sollten bis über das Weihnachtsfest hinaus mit buntem Licht angestrahlt werden, um vor allem Menschen aus den Bereichen von außerhalb zu einem Eutin-Besuch zu bewegen.

Nach dem Appell von Dr. Juliane Moser „Lassen Sie uns diese einmalige Chance nutzten, Eutin gemeinsam voranzubringen“, gaben die gut 100 WVE-Mitglieder grünes Licht. Schließlich war in Schleswig-Holstein trotz aller bunten Weihnachtsbeleuchtungen noch keine Stadt auf diese Idee gekommen.

Den Auftrag erhielt der Lichtkünstler Jörg Rost. Beim Start fanden sich viele Menschen auf dem Markt ein, der OHA berichtete ausführlich über die eindrucksvoll in Szene gesetzten Häuser, Bäume und Vorplätze. Aber auch zu diesem Angebot gab es Leserbriefe von Menschen, denen die Aktion nicht weihnachtlich genug war.

Seit 2003 ist für die Lichterstadt, die ständig fortentwickelt und vor der Eisbahn durch eine Rodelbahn ergänzt worden war, der Lichtkünstler Stefan Teichmann aus Lübeck verantwortlich. Die häufig fotografierten und bestaunten Objekte in Eutin werden bis zum Jahresende beleuchtet sein. Die Eisbahn soll am 8. Januar abgebaut werden.

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