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Plön : Liberale Kritik am Medizinischen Dienst der Krankenkassen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ehemaliger Sozialminister Dr. Heiner Garg besuchte Dana-Pflegeheim „Fünf-Seen-Allee“ in Plön-Stadtheide

Wenn es nach Martin Wolf, dem Kreisvorsitzenden der FDP, geht, dann sollte man den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) sofort abschaffen. Das sagte er bei einem gemeinsamen Besuch mit dem FDP-Landtagsabgeordneten und ehemaligen Sozialminister Dr. Heiner Garg im Dana-Pflegeheim Plön. Der allerdings wollte seinem Kreisvorsitzenden in der Deutlichkeit nicht ganz folgen. „Wenn man zwischen MDK und Heimaufsicht wählen könnte, dann würde ich mich für die Heimaufsicht entscheiden“, sagte Garg vorsichtig.

Damit die Bewohner in den Einrichtungen der Altenpflege auch überprüfbar und vergleichbar betreut werden, gibt es zwei Kontrollinstanzen. Das sind der MDK und die Heimaufsichten der Kreise. Beide Instanzen kontrollieren allerdings viele Bereiche in den Pflegeeinrichtungen doppelt, so der FDP-Vorwurf. Darauf könnte man verzichten.

„Der MDK setzt auf der einen Seite die Pflegesätze fest und auf der anderen Seite muss er die mit diesem Geld nur mögliche Pflege in den Einrichtungen beurteilen“, sagte Martin Wolf. Es werde also wenig ausgegeben und eine große Leistung in den Einrichtungen erwartet, kritisierte er widersprüchliche Berufsinteressen. Garg kritisierte die doppelte Überprüfung, die von MDK und Heimaufsicht parallel verliefen. Er habe den Eindruck, die Heimaufsicht sei mit ihren Ratschlägen auch dichter an den Pflegeheimen dran, als der MDK, der sanktioniere. Der MDK binde viele Fachkräfte, die aus den Pflegeheimen nach dort abgewandert seien, aber dringend in den Einrichtungen zur Pflege der Bewohner gebraucht würden.

Garg sprach sich in Plön für einen „unabhängigen Pflege-TÜV“ aus, der die Einrichtungen einmal überprüfe. „Für diese Prüfung würde ich die Heimaufsicht der Kreise präferieren“, könnte Garg auf den MDK verzichten. Der Grund: Der MDK decke Fehler auf, doch die Heimaufsicht biete eine Beratung, die Fehler künftig zu vermeiden. Das Ziel bleibe gleich, denn die Bewohner sollten sich in den Einrichtungen wohl fühlen.

Garg war mit dem Futtermittel-Unternehmer Peter Plambeck in Plön. Der Wirtschaftsjunior begleitet Garg im Rahmen eines Praktikums. Es ist ein Austauschprogramm zwischen dem Landtag und der Industrie- und Handelskammer zu Kiel. Es geht dabei um den Austausch zwischen Wirtschaft und Politik. „Das ist wichtig für beide Seiten“, sagte Plambeck.  

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erstellt am 25.Mär.2015 | 12:00 Uhr

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