Das muss geregelt werden : LGS-Stege schränken Fischfang ein

Gemeinsam mit Hund „Lotta“ fährt Sabine Schwaten die Reusen im See ab.
Gemeinsam mit Hund „Lotta“ fährt Sabine Schwaten die Reusen im See ab.

Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten verweist auf ihr „uneingeschränktes“ Fischereirecht im Großen Eutiner See

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26. Juni 2014, 11:14 Uhr

Die Planungen für die Landesgartenschau 2016 in Eutin sind in vollem Gange – und naturgemäß wird der Große Eutiner See eine große Rolle spielen. Doch für den hat Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten das Fischereirecht vom Land übertragen bekommen. An ihr führt kein Weg vorbei, wenn man über dem Wasser etwas errichten will.

Und da scheint eine Menge in Planung zu sein. „In der Stadtbucht selbst soll eine Holzterrasse über dem Wasser entstehen“, weiß Sabine Schwarten. Vier weitere neue Stege seien offenbar in Planung, um Sichtachsen im Seepark in den Großen Eutiner See zu verlängern. „Über diese Planungen ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, sagt Schwarten dem OHA. Denn sie habe das letzte Wort. Schließlich werde ihre Pachtfläche überbaut: „Das scheinen viele zu vergessen.“

Bisher sei Sabine Schwarten nur in die Pläne eingeweiht worden. Dabei habe sie bereits signalisiert, dass die Stege und die Holzterrasse in der Stadtbucht sie beim Fahren mit dem Boot zwar nicht störten, aber ihren Pachtbereich doch erheblich beeinträchtigten. Den Großen Eutiner See habe sie die nächsten 32 Jahre bis 2046 vom Land gepachtet. So lange habe sie das „uneingeschränkte Fischereirecht“, das sich auf den Wasserstand der Seefläche beziehe.

„Die geplanten Stege verringern meine Pachtfläche und zwei von ihnen zerschneiden meine Fangbereiche“, ärgert sich Sabine Schwarten. So könne sie mit einem neuen Steg auf der Halbinsel am Seglerverein vor der Rickleffs-Eiche keine Reusen mehr stellen. Schwarten: „Bevor die Stege in Bau gehen, sollten die Verantwortlichen dafür meine Zustimmung einholen und sich einen Schadensersatz überlegen.“

Der LGS-Geschäftsführer Bernd Rubelt ist da völlig entspannt: „Die vier geplanten Stege beanspruchen 140 Quadratmeter Wasserfläche – in Relation zum See gesetzt ist das sehr wenig.“ Das Land als Eigentümer sei bereits im vergangenen Jahr in die Planungen eingebunden worden. Jetzt werde formell für die Stegbauten gerade die Genehmigung eingeholt. Dann werde der Eigentümer auch seine Pächterin informieren.

Probleme könnte es auch mit einem geplanten Strandbereich in der Fissauer Bucht geben. „Dieser Bereich inklusive der aquatischen Fischbestände und der Uferlinie ist als FFH-Gebiet für Natura 2000 nach Brüssel gemeldet worden“, erinnerte Sabine Schwarten. Dort dürfe gar nichts verändert werden. In den vorliegenden Verträgen sei auch der Schutz des Schilfes verankert: „Ich bin gespannt, wie die das machen wollen.“

„Wir sind auf einem guten Weg und auch hier gerade im Genehmigungsverfahren“, sagte Bernd Rubelt. Wasserrechtlich sei die Genehmigung bereits in Aussicht gestellt. Naturschutzrechtlich stehe sie noch aus.

„Zugeständnisse bei der Reusenfischerei sind möglich“, signalisierte Sabine Schwarten. Doch bei der für sie überlebenswichtigen Fischerei mit dem Zugnetz werde sie keine Kompromisse eingehen. Der Verlust der Fischereiflächen durch die Stege auf dem Großen Eutiner See könnte zum Beispiel finanziell entschädigt werden.



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