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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 11:56 Uhr

Eutin : LGS-Endspurt bei den Festspielen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Es wird gemalt, geschraubt, gereinigt und organisiert: Das Bühnenbild für die Oper Carmen ist fast fertig – es soll Ende April stehen

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 04:30 Uhr

Türkische Musik klingt aus dem Lautsprecher des Kulissenraumes der Opernscheune, der Tee in der Thermoskanne steht daneben auf dem Tisch. Maler Alp Tokat streicht in großen Bahnen den Bühnenhintergrund für die Oper „Carmen“. Es ist das Grundgerüst für alle drei Stücke, die in dieser Saison auf der Freilichtbühne gezeigt werden.

Etwa 60 Prozent hat Tokat bisher fertig – vom Bühnenbild für „Carmen“. Das Bühnenbild für den „Freischütz“ muss noch komplett gemalt, das für den „Vogelhändler“ in Teilen ausgebessert werden.

„Wir haben alles fertig gebaut, jetzt muss vor Ort montiert werden“, sagt Arend Knoop. Der krankheitsbedingte Ausfall von Tischlermeister Heinrich Bollow (wir berichteten) forderte von Knoop Organisationstalent und mehr Zeit, als erwartet. „Ich musste mich in viele Teilbereiche einarbeiten, die sonst in seiner Verantwortung lagen“, erzählt Knoop. Seit Anfang Dezember bauten bis zu vier Vollzeitkräfte in sechs-Tage-Wochen die Bühnenbilder in Langenhagen, in Knoops Halle. Vor etwa sechs Wochen begann die Arbeit auf dem grünen Hügel. Aufbau, Abbau, transportieren, korrigieren, lagern. „Die Bühnenbildnerin war sehr zufrieden, wir hatten es vergangene Woche einmal komplett stehen. Das beruhigt einen dann doch nach so viel Arbeit“, sagt Knoop. Neben dem Aufbau des Bühnenbildes kümmert sich Knoop jetzt um die Erneuerung der Technik. „Wir investieren in dieser Saison 20000 Euro, die Gespräche mit dem Elektriker laufen.“ Auch die Tontechnik muss erneuert werden.

Alles läuft, versichert Knoop. Aber: „Es ist das aufwendigste Jahr, seit dem ich dabei bin.“ Die besondere Herausforderung liegt bei der großen Zahl der Veranstaltung und der verschiedenen Stücke – und all das im laufenden Betrieb der LGS. Neben der Lagerung der einzelnen Bühnenteile sei die Logistik noch ein Problem. Auf- und Abbau sind zeitintensiv, weil Bühnenteile teilweise bis zu 400 Kilogramm wiegen und nur von Menschenhand zu bewegen sind. Ein kleiner Traktor hilft beim Ziehen der Wagen, auf die Bühne tragen es Knoops Mitarbeiter selbst. „Wir haben Tage, da bauen wir von Carmen auf den Freischütz um und haben probeweise im Schnitt etwa zehn Stunden dafür gebraucht.“ Die Vorstellung sei aber erst gegen Mitternacht beendet, die LGS-Besucher schon ab 9 Uhr auf dem Gelände. „Das ist eine wirkliche Herausforderung“, sagt Knoop.

Derzeit arbeiten alle emsig daran, das Ziel – ein Bühnenbild zur Eröffnung der LGS aufgebaut zu haben – zu erreichen. Doch Arbeit gebe es auch dann noch genug: Das Laub liegt noch auf den Sitzschalen. „Die müssen wir alle noch sauber machen und 300 von ihnen wollen und können wir Dank der Spenden noch austauschen“, sagt Knoop.

Einen Vorteil hatte der gesperrte Schloßgarten für die Festspiele: „Wir konnten unsere Schuppen und den Zaun stehen lassen. Das hätten wir jetzt nicht auch noch geschafft“, so Knoop. Für den Zaun, die Rückseite der Festspiele zum Schloßgarten und LGS-Gelände, ließ sich Knoop etwas Spezielles einfallen: „Die Kunstlehrerin der Kreisberufsschule und motivierte Jugendliche warten nur auf wärmere Temperaturen, dann wollen sie unseren Zaun bemalen.“

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