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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 20:14 Uhr

LGS als Schub für Tourismus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Diskussionsrunde zum Tourismus in der Holsteinischen Schweiz / Experten: Impulse für Region durch die Landesgartenschau

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 14:20 Uhr

Es waren ernüchternde Zahlen, die Caroline Backmann von der Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz da präsentierte: Lediglich vier Prozent aller Übernachtungen in Schleswig-Holstein finden in der Holsteinischen Schweiz statt. Bei rund 26 Millionen Übernachtungen im Jahr 2014 im Land waren das gerade einmal eine Million. Gemeinsam mit Per Köster, Geschäftsführer der Tourist-Info Eutin, und der tourismuspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein, Regina Poersch, diskutierte Backmann auf Einladung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung über aktuelle Situation und über die Perspektiven des Tourismus in der Holsteinischen Schweiz. Und die sind nach Meinung der Tourismus-Experten gar nicht schlecht.

Ambitionierte und messbare Ziele wolle die Landesregierung mit einer neuen Strategie bis 2025 umsetzen, schilderte Poersch. Die Übernachtungszahlen sollen auf 30 Millionen steigen, der Bruttoumsatz soll von 6,9 Milliarden Euro auf neun Milliarden Euro steigen und bei der Gästezufriedenheit will das Land es unter die besten drei Bundesländer schaffen. Es habe sich gezeigt, dass gerade Orte, in denen durch die öffentliche Hand in die Infrastruktur investiert worden
sei auch die Privatwirtschaft nachgezogen habe, so Poersch. „Ich bin mir ganz sicher, dass passiert nach
der Landesgartenschau auch in Eutin.“ Per Köster stimmte ihr da zu: Man könne guter Hoffnung sein, dass das, was in Scharbeutz passiert sei, auch in Eutin passiere. „Ich habe in Eutin aber sowieso keinen Grund zum Jammern, uns erwartet mit der Landesgartenschau ein sehr großer Schub.“ Aber er hoffe auch, dass bei den Bauarbeiten in der Stadt, die meist erst für die Jahre nach der Gartenschau geplant sind, nicht die „Mauler“ die Oberhand gewönnen.

Caroline Backmann schaut nach eigenem Bekunden ein wenig neidisch auf Eutin. Besonders auf die städtebauliche Entwicklung, die nun angestoßen worden sei. Die Gartenschau sei nicht nur gut für Eutin, sondern für die ganze Region. Generell aber gilt: „Wir brauchen einen Auffang für die Abhängigkeit von der Saisonalität.“

Auch wenn nur 25 Prozent des Bruttoumsatzes in der Holsteinischen Schweiz durch Übernachtungsgäste erzielt wird – Tagesgäste machen 75 Prozent aus – braucht die Region neue Hotelbetten. Besonders auf Eutin trifft das zu. Zwar seien die Übernachtungszahlen in der Kreisstadt in den vergangenen 20 Jahren „verdammt runtergekracht“, so Köster. Doch das liege hauptsächlich an Betriebsschließungen, sagte Köster und zählte neben der Jugendherberge auch die Hotels Residenz, Freischütz und die Postunterkunft Pulverbeck auf. Aber er machte Hoffnung, denn sobald neue Hotels eröffnen, steigen erfahrungsgemäß die Gästezahlen auch wieder. Es sei nicht so, dass die neuen Hotels den bestehenden die Gäste wegnehmen würden.

Allerdings müsse ein Ort auch Attraktiv für Hotelinvestoren sein. Das, was an der Ostseeküste passiere, sei das Ergebnis jahrelanger Arbeit, betonte Backmann. „Bis wir so attraktiv sind, dass ein Investor mit einem fertigen Konzept bei uns klingelt, dauert es Jahre.“ Und nicht jeder Ort habe so ein Glück wie Malente mit dem Immenhof. „Ja, wir schauen natürlich immer nach einem Hotelinvestor. Aber erst müssen wir selbst in die Puschen kommen“, fasste Backmann mit Blick auf die infrastrukturellen Vorleistungen zusammen.

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