Plön : Letzter Versuch einer Seniorin: Unterschriften für einen Handlauf zum See gesammelt

 Der steile Weg neben der Osterkirche hinunter zum Schöhsee möge mit einem Handlauf versehen werden, wünschte sich Heinke Fock.
Der steile Weg neben der Osterkirche hinunter zum Schöhsee möge mit einem Handlauf versehen werden, wünschte sich Heinke Fock.

Stadt Plön hatte Menschen mit Handicap zum 33. “Rungespräch“ eingeladen und viele Sorgen und Nöte erfahren.

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10. April 2019, 05:00 Uhr

Heinke Fock wünscht sich einen Handlauf am steilen Weg hinunter zum Schöhsee, Heinz Möllers fielen nicht abgesenkte Bordsteine an Bushaltestellen auf, Klaus Gallus monierte, das Behinderten-WC am Markt lasse sich nicht verriegeln. Vielfältige Anregungen nahmen Bürgermeister Lars Winter und Ordnungsamtsleiter Armin Kirchner am Dienstag im 33. Rundgespräch der Plöner Stadtverwaltung mit geh-, schwer- und sehbehinderten Menschen entgegen.

Rund 40 Plöner trafen sich im Alten E-Werk zum Rundgespräch.
Orly Röhlk
Rund 40 Plöner trafen sich im Alten E-Werk zum Rundgespräch.
 

Bei ihr häuften sich Anfragen nach bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen, berichtete Ute Wacks über das vergangene Jahr. Dafür sei sie leider die falsche Ansprechpartnerin, erklärte die Beauftragte für Belange von Menschen mit Behinderungen der Stadt Plön und verwies an private Vermieter oder die neue Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen in der Johannisstraße 3.

Der Bordstein an der Bushaltestelle Meisenweg/Lütjenburger Straße ist noch ein Hindernis für Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Für Blinde und Sehbehinderte soll zur Orientierung ein kleiner Absatz geschaffen werden.
Orly Röhlk
Der Bordstein an der Bushaltestelle Meisenweg/Lütjenburger Straße ist noch ein Hindernis für Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Für Blinde und Sehbehinderte soll zur Orientierung ein kleiner Absatz geschaffen werden.
 

Der Weg zwischen Gerberhof und den Stellplätzen am Schwanensee sei mit Rollatoren und Rollstuhl nicht zu bewältigen. Auch monierte Wacks die Twieten allgemein und das Pflaster am Parkplatz bei KiK im besonderen, wo man mit dem Rolllator hängen bleibe und mit dem Fuß umknicken könne. Im Zusammenhang mit Wohnraum berichtete Winter, die Wankendorfer Baugenossenschaft beabsichtige, das Gebäude Rodomstorstraße 8 bis 12 abzureißen und dort 22 barrierefreie Ein- bis Zwei-Zimmerwohnungen zu bauen. Die Stadt sei dabei, alle Bushaltestellen barrierefrei umzubauen, auch die an der Ecke Meisenweg in der Lütjenburger Straße, wo die Borde nicht abgesenkt sind. Im August werde das neue Bürgerbüro im Haus Lange Straße 22 an den Start gehen.

Heinke Fock übergab Lars Winter neun Listen mit Unterschriften, die sie für einen Handlauf am Weg zum Schöhsee gesammelt hat.
Orly Röhlk
Heinke Fock übergab Lars Winter neun Listen mit Unterschriften, die sie für einen Handlauf am Weg zum Schöhsee gesammelt hat.
 
 Der steile Weg neben der Osterkirche hinunter zum Schöhsee möge mit einem Handlauf versehen werden, wünschte sich Heinke Fock.
Orly Röhlk
Der steile Weg neben der Osterkirche hinunter zum Schöhsee möge mit einem Handlauf versehen werden, wünschte sich Heinke Fock.

Bürgervorsteherin Mechtilde Gräfin von Waldersee regte an, in Häusern mit zwei bis drei Etagen Treppenlifte einzubauen, was von Krankenkassen anteilig bezahlt würde. Neun Seiten Unterschriften hatte Heinke Fock gesammelt und überreichte dem Bürgermeister die Listen. Das sei ihr letzter Versuch, erklärte die Seniorin, die sogar 500 Euro für die Maßnahme gesammelt hat, den steilen Abstieg am Steinbergweg per Handlauf zu erleichtern. Damit allein sei es nicht getan, aber „wir werden schauen, wie wir das hinbekommen“, meinte Winter.

Man muss den Notfall-Knopf in Nullstellung bringen Karl Hesse
 

Ein Besucher wünschte sich eine Bank direkt am Busbahnhof, da der Weg derzeit von den Bänken bis zum Bus für Schwerbehinderte nicht rechtzeitig zu schaffen sei. Bekannt ist der Stadt seit längerem das Problem der Türen der Behinderten-WC am Markt und am Bahnhof. Laut Gallus gehe es „rein und raus nur mit Gewalt“, und der Euro-Schlüssel funktioniere offenbar nicht. „Man muss den Notfall-Knopf in Nullstellung bringen“, versuchte Besucher Karl Hesse einen Lösungsansatz. Rätsel gab ein Vorfall im Behinderten-WC der Schiffsthal-Aula auf, den Dieter Lamp erwähnte. Im Herbst habe offenbar jemand Notfallknopf und Lichtschalter verwechselt, was einen Einsatz von Rettungskräften zur Folge hatte.

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