Lesung für die Flüchtlingshilfe

Engagieren sich für Frieden und Menschenwürde: Andreas Schulze-Sellschopp, Sylvia Zanella, Miranda Krützfeldt, Claudia Mohns, Ute Griep, Wolfgang Schiller und Beate Sieweke.
Engagieren sich für Frieden und Menschenwürde: Andreas Schulze-Sellschopp, Sylvia Zanella, Miranda Krützfeldt, Claudia Mohns, Ute Griep, Wolfgang Schiller und Beate Sieweke.

Friedenskreis, Amnesty International und Kreisbibliothek laden ein / Journalisten stellen Buch über EU-Praktiken gegen Zuwanderung vor

shz.de von
28. Juni 2018, 17:53 Uhr

Die Europäische Union kauft sich andere Staaten als „Grenzschützer“, davon berichten Christian Jakob und Simone Schlindwein in ihrem Buch „Diktatoren als Türsteher Europas“. Die Journalisten der „Tageszeitung“ (Taz) recherchierten in einem internationalen Netzwerk, auf welche Art die EU dabei vorgeht und versucht, die Migration zu kontrollieren. Jakob kommt nun für eine Lesung nach Eutin. Auf Einladung des Friedenskreises Eutin, von Amnesty International Eutin-Plön und der Kreisbibliothek Eutin mit ihrem Förderkreis trägt der Redakteur am Dienstag, 3. Juli, in der Bibliothek am Schlossplatz vor. Die Lesung mit Diskussion beginnt um 19 Uhr. Die Organisatoren bitten um eine Spende für die Flüchtlingshilfe Eutin.

Das Thema berührt die Veranstalter, die mit der Lesung zur inhaltlichen Aufklärung beitragen wollen. „Wenn wir von 60 Zuhörern die Hälfte mit den Informationen erreichen, wäre das schon gut.“ Ute Griep hat das Buch gelesen und weist auf die Aktualität des Themas hin: „Denken Sie nur an die Schiffe, die nicht in europäische Häfen gelassen werden.“ Die Vorsitzende des Förderkreises der Bibliothek sei fast hintenübergefallen, wie sie sagt, weil die Lösung, über die gesprochen werde, „schon die ganze Zeit passiert“. In den afrikanischen Staaten, vor allem Lagern, herrschten unvorstellbare Zustände.

Wolfgang Schiller vom Friedenskreis rechnet damit, dass Jakob über die Tagesaktualität hinausgehen und Hintergründe darstellen und erläutern wird. Sylvia Zanella-Foritto de Belmar vom Friedenskreis sagt: „Afrika vertrockne wegen des Klimawandels und der ökonomischen (Freihandels-)Abkommen. „Man hat den afrikanischen Staaten nie die Chance gegeben, ihre Waren fair auf dem Weltmarkt zu verkaufen.“ Die menschenunwürdige Situation habe sich nicht von heute auf morgen entwickelt. Sie sei in den vergangenen Jahrzehnten entstanden. Andreas Schulze-Sellschopp (FK) hält es für unausweichlich, den eigenen Lebensstil kritisch zu hinterfragen. Zanella sieht die EU und ihre Bürger in der Pflicht: „Wir müssen uns als Friedensnobelpreisträger neu denken und organisieren.“ Die Veranstalter wollen mit der Lesung nicht nur Information anbieten. Sie hoffen ebenso auf eine rege Diskussion. „Die Gespräche fallen nach Lesungen oder privater Buchlektüre zu häufig hinten ’runter“, sagt Schiller. Bibliotheksleiterin Beate Sieweke stellt der Veranstaltung ihr Haus deshalb gerne zur Verfügung: „Wir informieren nicht nur, wir bieten Menschen auch Raum, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

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