Osterberg-Institut : Lernen fürs Schulfach Glück

Das Osterberg-Institut startet eine Weiterbildung für Pädagogen für einen Unterricht zum Glücksempfinden.

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07. Januar 2011, 10:57 Uhr

niederkleveez | Die amerikanische Verfassung verspricht jedem US-Bürger das Recht, seines eigenen Glückes Schmied sein zu dürfen. Ein Happy end ist bei Hollywood-Film meistens garantiert - und Glück ist auch das Ziel, nach dem in Deutschland alle streben. Aber was ist Glück? Und wie lange hält es an?

Fragen und Antworten zum Thema Glück haben, in Krisenzeiten sicher kein Zufall, derzeit global Konjunktur. Dabei rücken alte Erkenntnisse ebenso in den Blick wie neue Methoden, sich dem persönlichen Glück zu nähern. Der deutsche Philosoph Ludwig Marcuse (1894 bis 1971) befand bündig, dass es ein lebenslanges Glück allenfalls im Jenseits des Paradieses oder einer Utopie geben könne, tröstete aber auch fürs Diesseits: "Momentane Glücks- und Seligkeitspartikelchen gibt es genug. Der Mensch muss lernen, bescheidener zu werden."

An einigen deutschen Schulen wird bereits das Fach Glück unterrichtet. Einer der Initiatoren dieser Bewegung, der Heidelberger Oberstudiendirektor Ernst-Fritz Schubert, hält es für pä dagogisch erforderlich, in der Schule neben Mathe, Bio und Englisch auch die "Fülle des Lebens" zu vermitteln. Was schlicht und einfach meint: Freude am Dasein und an der eigenen Leistung empfinden, Hindernisse als Herausforderung begreifen und sich selbst als Einheit von Körper, Seele und Geist erleben.

Bei der Entwicklung eines positiven Zugriffs auf Leben soll das "Schulfach Glück" junge Menschen unterstützen. Eine gleichnamige, neu konzipierte Weiterbildung, die sich an Lehrkräfte aller Schulformen, Erzieher, pädagogisch Mitarbeitende sowie Trainer, Coaches und ausbildend Tätige wendet, bietet das Osterberg-Institut in Niederkleveez ab Februar an. Ein kostenloser Schnuppertermin für diese Kursfolge findet am 16. Januar in Hamburg statt.

Die Leitung der Weiterbildung haben der Sozialpsychologe Dominik Dallwitz-Wegener und Oberstudiendirektor Ernst-Fritz Schubert, der Mitbegründer des Schulfachs Glück. Der Leiter der Heidelberger Willy-Hellpach-Schule trifft mit seiner Innovation derzeit auf ein lebendiges Medienecho. "Es ist unser Ziel, starke, zuversichtliche Persönlichkeiten zu formen. Dazu gehört die Fähigkeit, sich zu freuen, zu reflektieren und sich wohlzufühlen, körperlich wie seelisch", sagte Schubert jüngst erst der Süddeutschen Zeitung. Seine Kernbotschaft: Glück ist erlernbar.

Unter den Lehrstätten, die das ungewöhnliche Fach bereits zum Lernstoff machten, sind die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Rimbach, die Grundschule Oberforstbach Aachen, die Martin-Buber-Schule Heppenheim und das Reuchlin-Gymnasium Pforzheim. Die Absolventen der Weiterbildung am Osterberg werden befähigt, so das Leitungs-Duo, "Glück" als Schulfach didaktisch zu planen und zu unterrichten. 40 Doppelstunden, also etwa ein Schuljahr, werden vorbereitet. Das Training vermittelt Grundkenntnisse in lösungsorientierter Betrachtungsweise, in mentalem Training mit Schülern sowie theaterpädagogische Grundlagen.

Weitere Informationen im Osterberg-Institut, Tel. 04523/ 99290.

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