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Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 01:50 Uhr

Leitstelle: Breitner verspricht Frischluft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Innenminister reagiert auf GdP-Kritik an Raumklima und Technik der Polizeileitstelle

Als „lösbar“ hat Innenminister Andreas Breitner (SPD) die Probleme beim Betrieb der Regionalleitstelle Süd in Lübeck bezeichnet. Auf keinen Fall gebe es für den Bürger Abstriche bei der Zuverlässigkeit: „Keiner muss sich Sorgen machen, wenn er ,110‘ anruft“, betonte der Minister im Anschluss an einen Besuch in der Regionalleitstelle Süd. Es sei gewährleistet, dass die Polizei schnell vor Ort sei, das sei auch nicht in Abrede gestellt worden.

An dem Termin nahm auch Jörn Löwenstrom von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) teil. Der Vorsitzende der GdP-Regionalstelle Lübeck-Ostholstein hatte Ende September die technische Anfälligkeit der Leitstellentechnik sowie das ausgesprochen trockene Raumklima in der Leitstelle kritisiert. Von dort aus werden seit Februar 2011 auch die Polizeieinsätze in Ostholstein koordiniert. Täglich arbeitet die Leitstelle mit einer Besetzung von acht bis zehn Beamten 500 bis 700 Notrufe ab.

Neben den genannten Punkten sieht Breitner ein drittes Problemfeld, das es zu bearbeiten gilt: die Einführung des Digitalfunks, der sich zurzeit noch im Probebetrieb befindet. In allen drei Ebenen werde an Lösungen gearbeitet. Wann diese gefunden würden, da wollte sich Breitner lieber nicht festlegen: „Ich suche noch den Knopf, auf den ich drücken muss. Den hab ich noch nicht.“

Am einfachsten dürfte wohl das Thema Raumklima in den Griff zu bekommen sein. Derzeit können die gepanzerten Fenster nicht geöffnet werden, die Raumluft wird ausschließlich über die Klimaanlage ausgetauscht: „Wir bauen Fenster ein, die sich öffnen lassen“, versprach Breitner. Noch in dieser Woche sollten deshalb Gespräch mit der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) als Eigentümerin des Behördenhochhauses in der Lübecker Possehlstraße, in dem sich die Leitstelle befindet, aufgenommen werden, kündigte er an.

Auch wenn viele Beamte kein Problem hätten, litten einige doch erheblich unter der trockenen Raumluft, räumte Heiko Hüttmann, Leiter der Polizeidirektion Lübeck ein. Er bestätigte die Angaben der GdP, dass es bei einzelnen Kollegen deshalb auch zu Nasenbluten gekommen sei. Drei von 62 Beamten hätten sich aufgrund der Arbeitsbedingungen versetzen lassen.

Als eine Art Dauerbaustelle gestaltet sich offenbar die Leitstellentechnik. „Wir arbeiten seit drei Jahren daran, haben vieles schon gelöst“, erklärte Breitner. Dahinter stehe eine massive Umstellung, die Technik sei komplex. Schließlich sei die Zahl der Leitstellen im Land von 15 auf nun vier reduziert worden. Ein wesentlicher Kritikpunkt sei die mangelnde Geschwindigkeit des Systems. Wenn ein Notruf eingehe, brauche die Technik fünf bis sechs Sekunden, um eine Maske aufzubauen. Diese Verzögerung werde als sehr störend empfunden. Breitner: „Da sind wir dran, sind aber auf den technischen Dienstleister angewiesen.“

Unterschiedlich sind nach Darstellung Breitners die bisherigen Erfahrungen mit dem Digitalfunk. Während er von den Beamten beispielsweise im Herzogtum Lauenburg als Fortschritt gegenüber dem analogen Funk empfunden werde, sei es in Lübeck umgekehrt. Da müsse nachgebessert werden. Es werde erst dann komplett auf Digitalfunk umgestellt, wenn dieser funktioniere.

GdP-Mann Jörn Löwenstrom zeigte sich erleichtert, dass sich Breitner der Leitstellen-Probleme angenommen habe. Zum einen sei es wichtig, dass auf die hohen Krankenstände reagiert worden sei, zum anderen bekomme die Sache „einen ganz anderen Drive, wenn der Minister davon weiß“.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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