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Eutin : Leise Hoffnungen für Anlieger in Sibbersdorf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Dorfschaftsversammlung zum geplanten Ausbau der Straße Am See: Die Umlage für Anwohner soll geringer ausfallen als von den Betroffenen befürchtet.

Auf großes Interesse stieß die Sibbersdorfer Dorfschaftsversammlung und füllte am Montag den kleinen Saal in der Fissauer Gaststätte Wittenburg mit rund 50 Besuchern restlos. Hauptthema war der geplante Ausbau der Straße Am See zwischen Fissau und Sibbersdorf, den der Eutiner Bauausschuss bereits am 11. Januar auf den Weg bringen wollte. Dorfvorsteher Wolfgang Daumann hatte damals eine Bürgerinformation gefordert.

Eine gute Nachricht hatte Carmen Karp vom Fachdienst Tiefbau im Gepäck. Nach aktuellen Verkehrszählungen sei die 1200 Meter lange Straße als Hauptverkehrsstraße einzuordnen. Somit seien nur 35 Prozent der geschätzten Kosten von 326  000 Euro auf die Anlieger umzulegen. Bisher waren diese von 55 Prozent ausgegangen. Entscheidend sei jedoch eine Zählung nach Bauabschluss vor Erstellung der Gebührenbescheide. Fachbereichsleiterin Karen Dyck machte zudem leise Hoffnung, die endgültige Ausschreibung könnte unter der bisher kalkulierten Summe liegen. Die Höhe der Kosten war einer der Kritikpunkte, den Anlieger vorbrachten. Ein vergleichbarer Ausbau in der Gemeinde Süsel hätte vor zehn Jahren 22 Euro pro Quadratmeter Straße gekostet. Die jetzt veranschlagten 90 Euro seien nicht nur mit Kostensteigerungen zu erklären. Dem widersprach Dyck. Die Straßen unterschieden sich im Bauverfahren und statt neun würden nun 14 Zentimeter Asphalt verbaut.

Ein weiterer Vorwurf in Richtung der Stadt Eutin: Der Unterhalt sei grob vernachlässigt und mit dem Ausbau auf eine Satzungsänderung im Juni 2016 gewartet worden, durch die der Anliegerbeitrag um 35 Prozent gestiegen sei. Eine Straße habe auch bei bester Pflege nach nunmehr 40 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, hatte Dyck schon eingangs der Sitzung berichtet. Auf Bohrkernen seien Risse bis in den Unterbau der Straße festgestellt worden. Eine Pechbelastung im Straßenbelag verbiete zudem ein Abfräsen. Daher würden zusätzliche 14 Zentimeter aufgebracht sowie die Randbereiche aufgefüllt und zum Teil mit Gittersteinen befestigt. Dabei würden auch die Grundstückszufahrten angepasst. Auf Alexander Kästners Frage „Dann wird auch mein Tor angehoben?“ antwortet Dyck: „Wenn das nötig ist, natürlich. Wir sorgen dafür, dass die Zufahrt zu ihren Grundstücken nach der Baumaßnahme weiter möglich ist.“ Dazu komme man gerne zu einem Ortstermin, um die Möglichkeiten auszuloten. Kästner hatte zuvor die Kommunikation mit den Anliegern als „maximal unglücklich“ bezeichnet. Auch diesen Vorwurf wies Dyck mit Hinweis auf mehrere Anläufe des Bauausschusses zur Maßnahme in 2016 zurück. Mit ein paar Rechenbeispielen machte Carmen Karp die voraussichtlichen finanziellen Belastungen deutlich. Für ein 1,5 Hektar großes Stück Weide oder Wald würden nach aktueller Kostenschätzung 1831 Euro Anliegerbeitrag fällig. Befinde sich darauf ein 200 Quadratmeter großes Wohnhaus, würden 4500 Euro fällig. Zur Zahlung würden auch die Eigentümer der Grundstücke am Sandfeldweg bis zum Abzweig nach Sibbersdorf herangezogen, da diese im Außenbereich liegend über die ausgebaute Strecke erschlossen seien. Im Außenbereich zähle beim Beitragsbescheid nur die Größe und nicht die Länge der Straßenfront. Karp machte auch auf die Möglichkeit der Ratenzahlung über maximal zehn Jahre aufmerksam.

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