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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 13:26 Uhr

Lehrreiche Reise nach Rumänien

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fünf Schüler aus Malente beschäftigten sich im Rahmen des Erasmus-plus-Projekts in Butea mit dem Thema Wasserkraft

Reisen bildet, besagt eine Volksweisheit. Fünf Zehntklässler der Schule an den Aueweisen haben das jetzt schriftlich. Astrid Fock, stellvertretenden Schulleiterin überreichte Annika Rose (15), Pauline Haack, Stina Beckmann, Nico Westermann und Frederik Buhmann (alle 16) gestern sogenannte Europässe „Mobilität“, die ihnen bescheinigen, welche Fähigkeiten sie bei einem einwöchigen Besuch in Rumänien erworben und gezeigt haben. Diese könnten sie später einmal ihren Bewerbungsunterlagen hinzufügen, erklärte Fock.

Hintergrund der Übergabe der Dokumente ist das europäische Erasmus-plus-Projekt, an dem die Malenter Gemeinschaftsschule seit 2014 federführend teilnimmt. Die Schule hat sich dabei das Thema „regenerative Energien“ auf die Fahnen geschrieben und dazu vier weitere Schulen als Partner gewonnen: in Kizilcahamam (Türkei), Butea (Rumänien), Barwice (Polen) und Mikkeli (Finnland).

Der Besuch in Butea nahe der moldawischen Grenze war die zweite Reise, die erste Fahrt führte sechs Malenter Schüler im vergangenen Jahr in die Türkei, wo sie sich mit Schülern der beteiligten Partnerschulen mit dem Thema „Geothermie“ beschäftigten. Diesmal stand Wasserkraft auf dem Programm. „Dafür sind wir zu einem Staudamm gefahren“, berichtete Paulina Haacke. In der rumänischen Schule, der Scoala Gimnaziala, bauten die Schüler außerdem kleine Modell-Wasserräder. Die Verständigung lief auf Englisch.

Regenerative Energie sei ein zukunftsweisendes Thema, das die Länder verbinde, erläuterte Fock. Es lasse sich sehr gut in den Unterricht einbinden. Die Schule bietet Kurse zu regenerativen Energien, aber auch zusätzlichen Englischunterricht an, der sich besonders mit dem Thema, aber auch wirtschaftlichen Begriffen befasst.

Die fünf Schüler lernten auf der begehrten Reise nach Rumänien – es gab deutlich mehr Bewerbungen als Plätze – aber auch jenseits des Fachlichen etwas hinzu: „Mich hat überrascht, dass es dort überhaupt nicht so fortschrittlich ist und eine große Armut herrscht“, berichtete Paulina Haacke. Dabei gebe es große Unterschiede zwischen Stadt und Land, sagte Nico Westermann. Auf dem Land ist fließend Wasser keine Selbstverständlichkeit und die Kutsche ein gängiges Transportmittel, haben die Schüler beobachtet. Vom äußeren Erscheinungsbild seien die rumänischen Schüler aber nicht von ihren Mitschülern aus den anderen Ländern zu unterscheiden gewesen. Untergebracht waren die Schüler diesmal übrigens nicht wie sonst üblich in Gastfamilien. Den Grund erläuterte Astrid Fock: Viele rumänische Eltern arbeiten im Ausland, ihre Kinder leben bei Verwandten, etwa den Großeltern.

Im April steht die nächste Reise an: Dann geht es nach Finnland, wo es um Energie aus Biomasse gehen wird. Zum Abschluss des Projekts kommen die Partnerschulen 2017 nach Malente. Dann werden sie sich mit Sonnenenergie befassen.

Auf die Beteiligung der Malenter Schule an dem Programm weisen jetzt auch zwei Schilder im Eingangsbereich der Schule hin, die Astrid Fock symbolisch enthüllte. Ein Schild der EU weist auf „Erasmus plus“ hin, das andere zeigt das Logo des Malenter Projekts „Europe – powered by Nature“.

Seit Jahren macht sich die Schule an den Auewiesen für europäische Projekte stark. Das wird jetzt mit einer Auszeichnung belohnt: Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kommt am 12. Mai nach Malente, um die Schule zur Europaschule zu ernennen. Diese will das Ereignis mit Europatagen vom 10 bis 12. Mai feiern. Mit der Auszeichnung gehöre die Schule dann als fünfte Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein zur Gruppe der Europaschulen, sagte Astrid Fock. Mit Malente werde es dann 38 solcher Schulen im Land geben.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 12:59 Uhr

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