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Legastheniezentrum kann jetzt mit Bildungskarte besucht werden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Richtig schreiben und lesen können, ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für das Leben nach der Schule. Damit auch Kinder aus armen Familien eine Chance haben, an Nachhilfe- oder Lernförderangeboten teilzunehmen, wurde die Bildungskarte eingeführt.

Die Eutiner Volkshochschule freut sich jetzt über die Kooperation mit dem Kreis und dem Jobcenter, denn so können auch Kurse des Legastheniezentrums über die Bildungskarte abgerechnet werden. Birte Petersen, stellvertretende Leiterin der VHS, an der das Legastheniezentrum ist: „Dieses Projekt liegt uns wirklich sehr am Herzen. Zu Spitzenzeiten hatten wir hier 90 Kinder, aktuell sind es 45.“ Ein Kursus koste monatlich 67 Euro. Die meisten Kinder, so Birte Petersen, bleiben eineinhalb bis zwei Jahre. Das können sich nicht alle leisten.

In den Kursen sind nicht nur Kinder mit anerkannter Legasthenie, sondern auch Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwäche ab der zweiten bis hoch zur neunten Klasse. Petersen: „Der Legasthenietest wird in den Grundschulen erst in der vierten Klasse gemacht, auffällig werden die Kinder aber meistens schon eher.“ Deshalb helfe das Legastheniezentrum an der VHS auch vor der offiziellen Anerkennung und teste altersentsprechend selbst. „Wir brauchen nur die Bestätigung der Schule, dass Förderbedarf bestehe und dann kann es losgehen“, beschreibt Sandra Petersen vom Kreis das niederschwellige Angebot.

Dennoch werde die Bildungskarte insbesondere für Lernförderprogramme bisher noch sehr selten genutzt, wie Hans-Ulrich Linder vom Jobcenter Ostholstein berichtet. „Es wird nicht in dem Maße angenommen, wie wir uns das wünschen“, sagt Linder. Die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung zeige deutlich, dass die Nachfrage nach Nachhilfeangeboten boome. Linder: „Der Personenkreis, der von uns Leistungen bezieht, könnte diese Angebote noch mehr abrufen“ – da die Förderbedarfe hier generell höher erwartet werden.

Von insgesamt rund 3900 ausgegebenen Bildungskarten im Kreis würden die meisten dafür benutzt, um Unterstützung bei Klassenfahrten, für Schulbedarf oder der Mittagsverpflegung zu bekommen oder eine Mitgliedschaft im Sportverein zu ermöglichen. Von 2448 Karten, die an Kunden des Jobcenters ausgegeben wurden, würden gerade 94 für Bildungsangebote genutzt. Linder: „Da ist deutlicher Ausbaubedarf. Wir können später nur schwer aufholen, was in der Schule versäumt wurde.“ Was jetzt nicht in die Kinder investiert werde, die es dringend benötigen, mache sich später bemerkbar, wenn sie als nächste Generation der Leistungsempfänger ins Jobcenter kämen.

Die Bitte aller Kooperationspartner: „Wir sind auf sensible Lehrer und Schulsozialarbeiter neben den Eltern angewiesen.“



Mehr Infos beim Jobcenter (H.  U.
Linder: 04521/7965637) oder beim Kreis (S. Petersen: 04521/788519)

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erstellt am 26.Feb.2015 | 14:08 Uhr

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