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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 04:44 Uhr

Lebt seit 25 Jahren Kirche: Ulrich Gradert

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Niederkleveezer Pastor klopfte einst an jede Haustür

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 00:34 Uhr

– Pastor Ulrich Gradert feiert ein Jubiläum: seit 25 Jahren lebt er die Kirche als kulturelle Größe. Engagiert, fleißig und kreativ ist er im Landbezirk Plön und seit 2006 auch als Vorsitzender des Plöner Kirchengemeinderates im Namen Gottes unterwegs. Die Menschen aus sechs Dörfern und die Kirchen in Niederkleveez und zum Teil in Kleinmeinsdorf gehören zu seinem Amtsbereich. Der 56-jährige allseits geschätzte und beliebte Seelsorger ist auf dem emsigen Weg, seine Kirche zukunftsfähig zu machen.

Vor 25 Jahren klingelte Ulrich Gradert als Nachfolger von Pastor Dietrich Röhlk an jeder Haustür in seinem Pfarrbezirk und stellte sich den Bewohnern persönlich vor. Liegt da schon der Schlüssel des Erfolgs seiner meistens gut besuchten Gottesdienste? Sie finden stets in familiärer Atmosphäre statt. Die Gottesdienstbesucher werden in der Predigt – egal, ob in Hoch- oder Plattdeutsch, mit oder ohne Themen – auf Augenhöhe zum Teil auch persönlich angesprochen. Der „Hirte“ Ulrich Gradert kennt nicht nur die Sorgen und Nöte seiner Schafe, er weiß auch um ihre Freuden.

Ulrich Gradert wuchs bei Oldenburg auf dem elterlichen Bauernhof auf und wurde durch seine auf dem Hof lebende Großmutter religiös geprägt. Der einklassigen Dorfschule folgten die Realschule in Lensahn und das Fachgymnasium in Oldenburg. „Ich wollte mal Pilot oder Ingenieur werden“, schmunzelte Ulrich Gradert. Doch er studierte sieben Jahre Theologie in Kiel und lernte dabei Hebräisch, Griechisch und Latein, wurde Vikar in Westerrönfeld und kam schließlich nach seiner Ordination im Dezember 1988 als Pastor zur Anstellung in die Kirchengemeinde Plön.

Kirche und Sprache sieht Ulrich Gradert als zentrales Thema seiner pastoralen Arbeit: „Die Sprache ist ein sozialer Code.“ Er versteht es, den Menschen so lebendig von Gott zu erzählen, dass sie bewegt werden. „Ich möchte ständig für das kirchliche Anliegen werben, denn Kirche ist nicht langweilig. Sie gibt der modernen Gesellschaft Halt und Struktur bei der Suche nach Antworten auf Sinnfragen“, ist Ulrich Gradert überzeugt. Die Leistung der Religion sei die Stabilisierung.

Er gibt Gottesdienste für Motorradfahrer, Piloten oder unter freiem Himmel. Dabei bezieht er eigene Literatur in seine Arbeit mit ein. „Ich habe selbst Bücher geschrieben und plattdeutsche Liedtexte kreiert“, sagte Gradert, der weltliche Texte nutzt, um religiöse Hemmschwellen abzubauen. Dabei begeistert er auch Jugendliche und erschließt ihnen die Welt des Glaubens.

Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates sieht sich in dem Gremium selbst als anleitender Moderator, der das Evangelium in seiner Vielfalt verkünden möchte. Alles mit dem Ziel, die Kirche zukunftsfähig zu machen. „Die Menschen nach uns müssen gute Arbeitsmöglichkeiten haben“, sagte Ulrich Gradert, der in einer sich wandelnden Welt weiterhin beständige Abläufe leben möchte.

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