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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 14:01 Uhr

Lebensbilder der einfachen Leute

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Ostholstein-Museum in Eutin präsentiert aus dem 19. Jahrhundert rund 60 Werke der Genre-Malerei der Düsseldorfer Malerschule

Zu einer Reise ins 19. Jahrhundert lädt das Ostholstein-Museum mit seiner nächsten Sonderausstellung ein, die Sonntag (18. Mai) um 11.30 Uhr eröffnet wird: Unter dem Titel „Lebensbilder“ wird Genremalerei der Düsseldorfer Malerschule gezeigt. 60 Bilder aus der Sammlung der Bonner Dr.-Axe-Stiftung werden bis zum 17. August im Erdgeschoss des Museums am Schlossplatz zu sehen sein.

Die Düsseldorfer Maler-Schule war im 19. Jahrhundert international bekannt. Zu den in der Ausstellung vertretenen Künstlern gehören Andreas und Oswald Achenbach, Albert Flamm, Johann Peter Hasenclever, Carl Wilhelm Hübner und Fritz Sonderland.

Das im 19. Jahrhundert beliebte Genrebild schmückte in politisch und gesellschaftlich schwierigen Zeiten nicht nur heimische Wohnzimmer, sondern fand auch im öffentlichen Raum wachsende Akzeptanz. Die mal humorvolle, mal sozialkritische Darstellung des Alltags vor allem der ländlichen Bevölkerung war eine in breiten Schichten beliebte Kunstgattung. Auf unterschiedlichen Ebenen erzählten die Bilder Geschichten und Anekdoten, die sich dem Betrachter der Bilder leicht erschlossen – und das gilt auch für den Betrachter fast 200 Jahre später: Sorgen und Nöte, Freuden und Lebensgewohnheiten der einfachen Bevölkerung sind aus den „Lebensbildern“ herauszulesen.

„Kein Gesicht gleicht dem anderen“, stellt Museumsleiterin Dr. Julia Hümme gestern bei einem Pressetermin vor dem Bild „Versteigerung auf dem Dorfplatz“ von Benjamin Vautier (1829–1898) fest, bei dem ein Paar im Fokus steht. Dessen Mienen verraten angesichts der Versteigerung einer Wiege, dass sie an Nachwuchs denkt, was ihn wohl erschreckt. Etwas Ähnliches lasse sich heute bestimmt auch beobachten, wenn zum Beispiel eine Frau beim Juwelier Interesse für Trauringe zeige und ihren Partner damit überrasche.

Die Dr.-Axe-Stiftung in Bonn wurde 1997 von Dr. Hans Günther Axe (1920– 2008) gegründet, der nach 1945 ein Versicherungsmaklerunternehmen aufgebaut hat. Die Stiftung übernahm 2008 das Lebenswerk des Stifters und führt es in seinem Sinne weiter. Die Sammlung der Dr.-Axe-Stiftung hat einen Schwerpunkt auf Werken der Düsseldorfer Malerschule. Die Sammlung wird durch Neukäufe ständig erweitert und auch an andere Museen ausgeliehen.

Zur Vernissage am Sonntag werden Carsten Behnk, Geschäftsführer der Kulturstiftung des Kreises, und Dr. Christiane Pickartz von der Dr.-Axe-Stiftung sprechen. Alexander Tock von der Kreismusikschule wird Klavier spielen.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 13:44 Uhr

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