Rettung : Lawrence schenkt Eutin Märchenoper

Genährt wurde die Hoffnung vieler Eutiner, dass es 2011 trotz der Insolvenz der alten Festspiele GmbH wieder Opernaufführungen auf der Freilichtbühne geben wird.

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03. Januar 2011, 11:13 Uhr

eutin | Frischen Schwung bringt die Zusage der Musikhochschule aus Eutins amerikanischer Partnerstadt Lawrence, ihr Orchester und ein Gesangsensemble fast gratis im Sommer zur Verfügung zu stellen.

Die Wirtschaftsvereinigung Eutin (WVE) hat seit Wochen die Fäden über den Atlantik geknüpft, um in einer komplett neuen Kooperation mit der Universität Kansas das Ende der 60-jährigen Operntradition im Schlossgarten zu verhindern. WVE-Chef Klaus Hoth rief gestern bei einer Pressekonferenz dazu auf, dass diese immensen Anstrengungen, Eutin den attraktiven Ruf einer Festspielstadt zu erhalten, jetzt auch von der Bevölkerung in Eutin und Ostholstein kräftig unterstützt werden sollten. Ermutigend sei, dass ihm bereits einige Eutiner ihre Hilfe für die Unterbringung der Musiker aus den USA angeboten hätten. "Es läuft prima an", so Hoth.

"Lawrence macht Eutin eine Opernproduktion zum Geschenk. Unsere Studenten sind von dieser Möglichkeit, in Deutschland auftreten zu können, völlig begeistert", bestätigte Prof. David Neely das im OHA bereits vorgestellte Vorhaben der Opernhilfe aus Kansas für Webers Geburtsstadt.
"Ich bin überzeugt, dass wir die Festspiele 2011 realisieren können"
Neely ist Hochschullehrer an der Universität von Kansas und Leiter des Studenten-Orchesters; bis 2001 hat er elf Jahre als Dirigent an deutschen Opernbühnen gearbeitet. Er soll die künstlerische Leitung des Eutiner Opernsommers übernehmen. Geplant sind je sieben Aufführungen von Humperdincks Märchenoper "Hänsel und Gretel" und Mozarts "Don Giovanni". Außerdem soll es drei Musical-Shows und drei Gala-Abende geben.

Für das Projekt soll eine neue Trägergesellschaft als gemeinnützige GmbH gegründet werden, mit der WVE als Alleingesellschafterin. Als deren Geschäftsführer ist WVE-Vorstandsmitglied Marcus Gutzeit vorgesehen. Er verwies auf den Rückenwind, den er nach der Präsentation der neuen Pläne aus der Eutiner Politik spüre: "Ich bin seitdem überzeugt, dass wir die Festspiele 2011 realisieren können. Wir wissen aber auch, dass wir jetzt noch viele Hürden überwinden müssen."

Dazu zählt vorrangig die Bereitschaft von Stadt, Kreis und Land, ihre bisherigen Zuschüsse auch für neue Festspiele in 2011 zu zahlen. Klaus Hoth appellierte vor allem an die Stadtvertreter, dieser WVE-Initiative eine faire Chance zu geben.

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