Endlager in Rødbyhavn : Last-Minute-Petition gegen Atommüll am Fehmarnbelt

Die Dänen sind auf der Suche nach einem Atommüllendlager. Es könnte unweit der Grenze zu Deutschland entstehen.

shz.de von
23. Januar 2015, 13:05 Uhr

Fehmarn/Rødbyhavn | Ein Atommüll-Endlager am Fehmarnbelt - wenn es nach den Dänen geht, könnte das bald Wirklichkeit werden. Das dänische Rødbyhavn auf Lolland ist im Gespräch als Standort zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Heute haben die Deutschen die letzte Chance, Einwendungen gegen das Vorhaben einzureichen. Seit Donnerstagabend läuft zusätzlich eine Online-Petition.

Das 20 Quadratkilometer große Areal direkt am Nordausgang des geplanten Fehmarnbelt-Tunnels ist als einer von sechs möglichen Standorten in die Endauswahl der dänischen Regierung gekommen. Zwar hat Dänemark nie mit einem Atomkraftwerk Energie erzeugt – wohl aber bis zum Jahr 2000 einen Forschungsreaktor in Risø bei Roskilde unterhalten. Um 5000 Kubikmeter Abfälle daraus geht es.

Die Last-Minute-Petition gegen das Lager hat Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Jörg Weber ins Leben gerufen. Er hofft, möglichst viele Fehmeraner zu mobilisieren, um zu zeigen, dass es erheblichen Protest gegen das dänische Vorhaben gibt. In dem Brief an das dänische Gesundheitsministerium heißt es: „Ein Atommüllendlager als eine weitere Mammutherausforderung in direkter Nähe - nur 20 km von einem der beliebtesten Ferienstandorte Schleswig-Holsteins entfernt - ist nicht tragbar.“ Es bestehe eine große Gefahr, dass sich durch das Vorhaben gravierende und schädigende Folgen ergeben - unter anderem in den Bereichen Tourismus, Landwirtschaft, Natur und Bevölkerung.  Teil der Petition ist auch die Frage, ob das geplante Atommüllendlager im Zusammenhang mit der festen Querung steht. Die Online-Petition kann noch bis 20 Uhr unterzeichnet werden. Benötigt werden 1000 Unterzeichner.

Im Vorfeld haben sich sämtliche Parteien auf Fehmarn kritisch zu Atommüll auf der Nachbarinsel geäußert. Auch Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) lehnt das Projekt ab. Die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Schleswig-Holstein, Catrin Homp, hatte bei Bekanntwerden der ersten Pläne befürchtet, das Image des nördlichsten Bundeslandes würde durch ein so nahes Depot empfindlich gestört.

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